Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Welche Folgen die Unterbrechung der Saison für Anja Wendler von den VTV Mundenheim hat

Anja Wendler (am Ball) hat die Seiten gewechselt. Hier noch im Trikot von Friesenheim, spielt sie inzwischen wieder für Mundenhe
Anja Wendler (am Ball) hat die Seiten gewechselt. Hier noch im Trikot von Friesenheim, spielt sie inzwischen wieder für Mundenheim.

„Ich hätte erst am Samstag wieder daran gedacht – wenn ich vielleicht mal auf den Kalender geschaut hätte“, erklärt Anja Wendler. Die Handballerin der VTV Mundenheim hat sich von ihrer Sportart nach der Zwangsbremsung schon so weit entfernt, dass sie beinahe das Lokalderby gegen die TSG Friesenheim vergessen hätte, das am Samstag auf dem Spielplan gestanden hätte.

Die Teams sind sich schon lange nicht mehr begegnet. Und das, obwohl beide Mannschaften in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar an den Start gehen. Am 16. Februar 2019 hatte die TSG den Rivalen in eigener Halle mit 26:16 bezwungen. Das war in der vorletzten Spielzeit. Damals trug Wendler noch das rot-weiße Trikot der Eulen, für die sie 13 Jahre in der Jugend spielte. Im Anschluss wechselte sie für drei Jahre zu den VTV Munden-heim. Vor sechs Jahren war sie zu ihrem Ausbildungsverein zurückgekehrt und spielt seit der vergangenen Saison wieder bei den VTV. „Vergangenes Jahr kam es nicht zu einem Spiel“, so die 32-Jährige, die sich als Mundenheimerin auf das Wiedersehen gefreut hätte. Aber in der Vorrunde kollidierte der Oberliga-Spielplan mit dem der A-Jugend-Bundesliga. Die Juniorinnen stellen mittlerweile auch den Großteil des Friesenheimer Oberligakaders. Die Punkte gingen an die Mundenheimerinnen, weil kein Ausweichtermin gefunden wurde. Das Rückspiel fand im März aus bekannten Gründen nicht mehr statt.

Nicht nur deshalb verspürt Anja Wendler, die in Frankenthal lebt und Standortleiterin eines Gebäudereinigungsunternehmens in Darmstadt ist, kein Derbyfieber: „Es gibt mit Friesenheim nur noch wenig Berührungspunkte.“ Wegen der Altersstruktur der Friesenheimerinnen gebe es keine gemeinsame Vergangenheit oder Emotionen aus vergangenen Derbys. Eine Einstellung, die für den gesamten Mundenheimer Kader gelte. „In der Trainingswoche war das Derby für uns auch im Vorjahr kein Thema. Man versucht einfach nur, sich auf das nächste Spiel zu fokussieren.“ Dabei sei der Gegner egal.

Aus einem anderen Grund ist sie allerdings froh, dass das Spiel am Samstag nicht stattfindet. „Wir leben sehr von Emotionen. Das wäre in einer leeren Halle schwierig geworden. Man muss sich selbst schon stark pushen, damit es nicht den Charakter einer Trainingspartie annimmt“, erklärt Anja Wendler. Sie hofft deshalb, dass Zuschauer erlaubt sind, wenn es wieder weitergeht.

Wann das sein könnte, und wie es weitergehen soll, steht für Wendler in den Sternen. „Zwar wären im Spielplan der geteilten Oberliga genügend Ausweichmöglichkeiten, aber wegen des Trainingsverbots wurden alle Aktivitäten des Teams auf Eis gelegt. „Man kann sich individuell fit halten, aber Wurftraining oder gar Abläufe kann man allein nicht machen“, erklärt sie das Grundproblem. Die Sicherheit komme auch nicht schlagartig zurück, wenn man Anfang Dezember wieder gemeinsam in die Halle dürfe. Im Gegenteil: „Es dauert bestimmt einen Monat, um in Wettkampfform zu kommen.“ Deshalb werden sich wohl beide Teams erst 2021 wiedersehen – rund zwei Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen.

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