Ludwigshafen
Handball: Warum Hallentraining bei den VTV Mundenheim derzeit so schwierig ist
Besonders hart trifft es in diesem Jahr die VTV Mundenheim und die Jugendspielgemeinschaft Mundenheim/Rheingönheim. Obere und untere Turnhalle im Schulzentrum Mundenheim sind gesperrt. In der Tribünenhalle, in der die Mundenheimer Oberliga-Mannschaften auch das Haftmittel Harz benutzen dürfen, ist noch bis mindestens Ende August kein Training möglich. Die untere Halle ist sogar bis Ende September gesperrt. Und weil zusätzlich auch in der Turnhalle des Carl-Bosch-Gymnasiums noch Arbeiten an den zu öffnenden Hallenfenstern erledigt werden mussten, fiel ein weiterer Trainingsort für Verein und Spielgemeinschaft mit insgesamt sechs Erwachsenenteams und 16 Jugendmannschaften flach. „Warum hat man für die Arbeiten nicht die Corona-Pause genutzt“, schimpfen die Mundenheimer, die aktuell nicht nur im gesamten Stadtgebiet verteilt sind, sondern zudem vom Pfälzer Handballverband die Pfalzhalle in Haßloch für einige Einheiten angemietet haben.
Es seien planmäßige, aber auch außerplanmäßige Arbeiten, informiert die Verwaltung auf Anfrage. In den Sommerferien wurde in 13 Turnhallen gearbeitet. „Normalerweise betrifft das die ersten drei Wochen der Sommerferien“, heißt es weiter. Art und Umfang einiger Maßnahmen hätten aber gerade im Schulzentrum Mundenheim eine Verlängerung bedeutet, über die der Verein am 23. Juli informiert worden ist. Dies sei erst möglich gewesen, nachdem die Baufirmen für die Ausführung einen Terminplan vorgelegt hätten, heißt es aus dem Rathaus.
Teams werden auf Hallen in der Stadt verteilt
Trainingspläne waren da schon geschrieben, wurden umgeworfen und ein neues Puzzle erstellt. Zur Harzproblematik, von der vor allem die aktiven Mannschaften betroffen sind, mussten auch die in Ludwigshafen geltenden Corona-Auflagen beachtet werden, die einen erhöhten Lüftungs- und Reinigungsaufwand beinhalten.
Verteilt wurden die Mannschaften auf Hallen kreuz und quer in der Stadt, unter anderem auf die Turnhalle des Ernst-Bloch-Schulzentrums in Oggersheim. „Dort mussten wir nach den Ferien aber wieder raus“, so VTV-Abteilungsleiter Erik Neßling. Ohnehin ein gewagtes Spiel, denn bei Regen ist auch diese Halle unbespielbar. Zumindest in dieser Hinsicht war der trockene Sommer also ein Vorteil.
Und warum hat man nun nicht die Zeit der Schließung seit März für anstehende Sanierungsmaßnahmen genutzt? Hat man doch, so die Antwort der Verwaltung: „In den städtischen Liegenschaften finden ganzjährig Sanierungen und andere Baumaßnahmen statt – auch in der Zeit der Corona-Beschränkungen.“ Größere Baumaßnahmen benötigen aber einen Planungsvorlauf und müssen zudem, je nach Größenordnung, manchmal sogar europaweit ausgeschrieben und anschließend vergeben werden. Deshalb könne die Verwaltung nicht immer kurzfristig reagieren oder gar improvisieren. Den Vereinen ist das aber offensichtlich zumutbar.