Ludwigshafen
Handball: Warum Drittligist TV Hochdorf das Abstiegsduell bei der TSG Haßloch verliert
Das kleine Hoch des TV Hochdorf ist verpufft. Der Drittligist verliert vor 700 Zuschauern das Abstiegsduell bei der TSG Haßloch verdient mit 28:23 (11:11). Es ist nur in der ersten Halbzeit eine enge Partie. Nach der Pause machen sich beim TVH alte Probleme bemerkbar.
Danach sah es jedoch zunächst nicht aus. Die Gäste fanden besser ins Spiel und führten nach wenigen Minuten bereits mit drei Toren. Dabei hinterließ das Haßlocher Abwehrzentrum keinen guten Eindruck. Hochdorfs Spielmacher Tim Götz und Stefan Corazolla trafen bei ihren erfolgreichen Aktionen auf wenig Gegenwehr. Auf der Gegenseite schloss Linkshänder Elvijs Borodovskis überhastet ab. Wegen des schläfrigen Abwehrverhaltens geriet der überragende Mann des Abends in Rage. Haßlochs Torwart Daniel Schlingmann brachte in dieser frühen Phase gegenüber seinen Vorderleuten deutlich zum Ausdruck, was er von den ersten Minuten hielt. Postwendend hielt er einen weiteren Wurf von Tim Götz, der abermals unbedrängt aus acht Metern werfen konnte. Dies schien die Einheimischen wach zu rütteln. Nach Florian Kerns Ausgleich zum 4:4 (8.) entwickelte sich zunächst das von vielen erwartete enge Spiel, bei dem der Kampf deutlich im Vordergrund stand.
„Zu Anfang standen wir ziemlich nachlässig hintendrin. Auch mir ist der eine oder andere Ball durchgerutscht, den ich hätte halten können. Glücklicherweise wurde das dann vor allen Dingen in der Defensive besser. Vorne hatten wir zudem zu viele überhastete Abschlüsse im ersten Durchgang“, kommentierte Schlingmann besagte kritische Phase.
Peribonio schwach, Bolling stark
Sein Gegenüber Roko Peribonio, beim Sieg vor Wochenfrist noch der gefeierte Held, agierte glücklos und wurde Mitte der ersten Hälfte durch Thomas Bolling ersetzt, der ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ. So gelang es keiner Mannschaft, sich vor der Pause etwas abzusetzen. Alles schien auf einen Krimi in Halbzeit zwei hinauszulaufen.
Doch das Szenario des Hinspiels sollte sich nicht wiederholen. Mit Jonas Kupijai, der mit muskulären Problemen bereits im ersten Durchgang passen musste, fiel der dritte Hochdorfer Innenblockspieler aus, Sorda und Lanninger saßen verletzungsbedingt auf der Tribüne. Dieser Umstand – ein Problem, das sich durch die Saison zieht – machte sich gerade nach der Pause bemerkbar.
Hochdorf verzweifelt an Schlingmann
Haßlochs Kreisläufer Nils Röller war nun nicht mehr zu kontrollieren und trug mit seinen Aktionen maßgeblich dazu bei, dass die Job-Truppe sich ein vorentscheidendes Polster erarbeitete. Dazu ließ TSG-Torhüter Schlingmann nach Corazollas Ausgleichstreffer zum 13:13 (36.) in den folgenden 14 Minuten lediglich einen Ball passieren. Hochdorfs Sportlicher Leiter Gerhard Scheurer dazu: „Unser Angriff ist in der entscheidenden Phase an Schlingmann gescheitert. Thomas Bolling hat zwar auch sehr stark gehalten, doch landeten immer wieder die Abpraller bei Haßlocher Spielern, die dies zu nutzen wussten. Zudem standen wir nach dem Ausfall von Kupijai in der Defensive nicht mehr kompakt genug, da fehlte dann die Abstimmung.“
Haßlochs Trainer sah im Beginn der zweiten Hälfte den Knackpunkt des Spiels und lobte insbesondere seine Defensivabteilung: „Ich habe eine Riesenabwehr in der zweiten Halbzeit gesehen. Bei den angesprochenen Abprallern hatten wir das Quäntchen Glück, welches wir uns aber mit dem enormen Einsatz verdient haben.“ So gelang es den Gastgebern, die Partie entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung früh zu entscheiden. Nach dem frenetisch gefeierten 22:14 (50.) durch Linksaußen Florian Kern leistete sich Haßloch zwar noch einen Durchhänger, den der TV Hochdorf aber lediglich zur Ergebniskosmetik nutzte.
Auch Hochdorfs neuer Coach Steffen Drausnigg sah in Haßloch den verdienten Sieger: „Kompliment an Tobi und seine Jungs. Gerade in der zweiten Spielhälfte machten sie das clever. Letztendlich haben uns der überragende Daniel Schlingmann und die sieben Abpraller das Genick gebrochen.“
So spielten sie
TSG Haßloch: Schlingmann, Pfaffmann (n.e.) - Seelos (3), Götz (3/1), Borodovskis (6) - Röller (4) - Kern (6), Gregori (3) - Hannes, Muhovec, Job, Zech, Djozic (3/2), Hartstern
TV Hochdorf: Peribonio (1.-17.), Bolling (17.-60.) - Kupijai (1), Götz (7/2), Corazolla (6) - Klug (1) - Schwenzer (1), Gerdon (2) - Novo (1), Braun (1), Lenz (2), Ruf (1), Medler
Spielfilm: 1:4 (5.), 6:5 (11.), 9:9 (23.), 11:11 (30.), 14:13 (37.), 18:14 (46.), 22:14 (50.), 25:21 (55.), 28:23 (60.) - Zeitstrafen: 4/1 - Siebenmeter: 5/3 - 4/2 - Beste Spieler: Schlingmann, Röller, Borodovskis - Bolling, Götz, Corazolla - Zuschauer: 700 - Schiedsrichter: Fähnle/Schulle (Oberkochen/Königsbronn).