Ludwigshafen
Handball: Warum die weibliche A-Jugend der TSG Friesenheim in die Bundesliga aufgestiegen ist
Die Friesenheimerinnen benötigten ein wenig Anlaufzeit. Nach drei Minuten und 16 Sekunden erzielte Lucy Sulta den ersten Treffer für die TSG, die satte 15 Minuten für die ersten fünf Tore benötigte. Trainer Meisel hatte gleich mehrere gute Begründungen für den Sand im Getriebe der Eulen. Da war zunächst die ungewohnte Umgebung. Da war die fehlende Atmosphäre durch die fehlenden Zuschauer, und dann war da natürlich die ungewöhnliche Vorbereitung in Zeiten der Pandemie. „Wir hatten kaum Vorbereitungsspiele“, erklärte er. So fehlten in den Abläufen im Angriff noch die Automatismen und damit die letzte Sicherheit.
Ein Glück, dass zumindest die offensiv ausgelegte 6-0-Abwehr von Anfang an so gut funktionierte, dass es Jaqueline Wegner und Sarah Hemmerich im Tor dahinter schwer hatten, sich auszuzeichnen. „Wir haben das Abwehrsystem aus dem Vorjahr beibehalten“, verriet Meisel das Erfolgsrezept. Immerhin hatten zehn Spielerinnen seines Kaders schon in der Vorsaison Bundesligaluft geschnuppert.
So dauerte es zwar ein wenig, aber letztlich war es eine Frage der Zeit, bis sich die TSG absetzen konnte. Nicole Weschenfelder erzielte mit dem 5:3 (15.) die erste Zwei-Tore-Führung, die von den Friesenheimerinnen bis zur Pause auf bis zu fünf Treffer ausgebaut wurde. Es wäre sogar noch deutlich mehr möglich gewesen, aber das größte Manko an diesem Tag blieb die Chancenverwertung.
Und trotzdem war die Entscheidung fünf Minuten nach der Pause gefallen. Trixi Kerth und Hanna Rudolph trafen jeweils doppelt und die TSG war auf 17:9 enteilt. Ab diesem Moment war der erhoffte Heimsieg sicher, und es ging nur noch um die Höhe des Erfolgs. Bis zu zwölf Tore lag die TSG in Führung, zuletzt beim 29:17 acht Minuten vor dem Ende. Dann ging der Faden ein wenig verloren. Meisel wechselte, auch mit Blick auf das Rückspiel 24 Stunden später, munter durch („ich wollte dem gesamten Kader Einsatzzeit geben“), und die Abwehr war nicht mehr ganz so zupackend. Am deutlichen und vor allem hochverdienten Sieg änderte das aber nichts mehr.
So spielten sie
TSG Friesenheim: Wegner (1. bis 20., ab 50.), Hemmerich (20. bis 50.) – Schlemilch (1/1), Nicole Weschenfelder (3/1), Jung (3) – Sulta (3), Celina Weschenfelder (5) – Jentzsch (2) – Rudolph (4/2), Wilger, Scheid (3), Michel (2), Kerth (6), Föllinger.
Spielfilm: 3:3 (11.), 5:3 (15.), 10:5 (22.), 13:9 Hz., 17:9 (35.), 20:12 (42.), 26:14 (47.), 29:17 (52.), 32:22 Ende – Zeitstrafen: 4:1 – Siebenmeter: 4/4 – 6/5 – Beste Spielerinnen: Nicole Weschenfelder, Rudolph – Elsner - Zuschauer: 20 – Schiedsrichter: Hehn/Höger (Hochdorf/Haßloch).