Ludwigshafen
Handball: Warum die Eulen Ludwigshafen gegen Hannover-Burgdorf verlieren und Jerome Müller nicht zu den Niedersachsen durfte
Jerome Müller war angefressen. Der 23 Jahre alte Rückraumspieler der Eulen Ludwigshafen war zwar am Donnerstag mit sechs Toren der beste Werfer bei den Gastgebern. Doch am Ende stand auch Müller mit leeren Händen da. Wieder einmal hatten die Eulen Lehrgeld bezahlt und verloren. Dieses Mal gegen die TSV Hannover-Burgdorf mit 24:26 (11:10).
„Es nervt einfach, dass wir wieder ein Spiel verlieren, das wir eigentlich nach Hause bringen müssen. Egal wie der Gegner zuletzt hieß und wie groß die Namen waren, wir hätten uns belohnen müssen. Aber wir stehen uns wieder selbst im Weg“, sagte ein enttäuschter Jerome Müller. Das Küsschen seiner Freundin nach dem Spiel hatte ihn nur ein bisschen besänftigt.
Angebot von Hannover lehnen Eulen ab
Beinahe wäre der wieder einmal erfolgreichste Torschütze der Eulen auf der Seite der Hannoveraner gestanden. Nach dem Weggang von Nationalspieler Kai Häfner nach Melsungen suchten die Recken Anfang des Jahres einen adäquaten Ersatz und versuchten den ehemaligen Junioren-Nationalspieler in die niedersächsische Metropole zu locken. Das Angebot reizte und ehrte den gebürtigen Saarländer. Es wäre der nächste Schritt in seiner jungen, aber schon recht erfolgreichen Laufbahn gewesen. Am Ende erhielt Müller von der Eulen-Geschäftsführung keine Freigabe. Das hätte der ehrgeizige Spieler gerne anders gehabt.
Müller hakt Hannover ab
Recken-Manager Sven-Sören Christophersen entschied sich letztendlich für die Verpflichtung des slowenischen Nationalspielers Nejc Cehte und Ivan Martinovic vom VfL Gummersbach. Damit war das Thema Hannover für Müller, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft, erledigt. Er hegt keine Gedanken mehr daran, dass er bei einem möglichen Wechsel im Pokal Final-Four hätte stehen können, sogar um den internationalen Einzug spielen könnte. Mit den Eulen blieb ihm nämlich der Einzug nach Hamburg ins Final-Four durch die Niederlage gegen Lemgo verwehrt. „Hannover ist längst kein Thema mehr. Ich fühle mich bei den Eulen sehr wohl und werde mich weiter mit vollem Einsatz für den Klassenerhalt einbringen. Aber es wird verdammt schwer, weil der Abstand zu Lemgo und Stuttgart jetzt schon sechs Punkte beträgt. Wir müssen Boden gutmachen“, sagt Müller und meinte: „Dieses Jahr werden keine 14 Punkte reichen. Stuttgart und Lemgo haben ja jetzt schon zwölf Zähler.“
Gespräche mit Berater über Zukunft
Müller aber will weiter gerne Bundesliga spielen. In den kommenden Wochen wird er sich daher mit seinem Berater unterhalten über seinen weiteren Werdegang. Denn Bundesliga kann Müller spielen. Das ist sein Anspruch. Zuletzt hatte er deshalb mehr Qualität im Angriff gefordert. „So stark haben bisher nur wenige Mannschaften gegen einen Champions-League-Aspiranten gespielt. Aber was bringt uns das, wenn wir am Ende wieder leer ausgehen“, sagte Müller am Donnerstag nach der Niederlage. Besonders ärgerte er sich über seinen Fehlpass kurz vor Schluss beim Stande von 23:24. Rechtsaußen Timo Kastening nutzte die Chance zum vorentscheidenden 25:23. „Wir müssen vor Weihnachten noch Punkte holen, egal ob einen oder vier“, fordert Müller. Einfach wird das nicht gegen Flensburg, Wetzlar oder Göppingen. Das sind nämlich noch die kommenden Gegner der Eulen Ludwigshafen in diesem Jahr.Sport