Hochdorf-Assenheim
Handball: Warum die A-Junioren des TV Hochdorf in der Bundesliga Punktelieferant sind
Nach dem Abpfiff herrschte eine gewisse Ratlosigkeit. Björn Friedrich und Nik Dreyer, die beiden Trainer der A-Jugend des TV Hochdorf, wollten alleine sein. Dreyer verzog sich in die Ecke und starrte auf den Boden, Friedrich zog sein Smartphone hervor und blickte auf die aktuellen News. Sie suchten den Abstand zum Spiel, deren Sieg ihre Jungs wieder einmal leichtfertig vergeben hatten. „Wir sind wieder an unsere Abschlussschwäche in den letzten zehn Minuten gescheitert“, haderte Friedrich.
Sohn des Cheftrainers spielt beim Gegner
Dabei bot Hochdorf in der Defensive wieder eine starke Leistung. Als der aufopferungsvoll und bis an seine Grenzen kämpfende Jan Philipp Winkler zum 18:20 traf, hoffte Hochdorf auf den Ausgleich. Gegen die Defensive fanden die Gäste, bei denen Yannik Polifka, der Sohn des aktuellen TVH-Cheftrainers Matthias Polifka mitwirkte, kein Mittel. Andreas Jagenow und Jonas Böckly verwarfen je einen Siebenmeter. Jagenow vergeigte zuvor schon eine Chance. „Ich weiß, dass ich mehr abspielen müsste. Aber ich bin ein emotionaler Mensch“, sagte der Südpfälzer aus Rohrbach. Der angehende Zimmerer suchte direkt nach der Partie das Gespräch mit seinem Vater. „Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, auch wenn der eine oder andere Wurf zu viel war“, sagte der vom TSV Kandel nach Hochdorf gekommene Rückraumspieler. Er hat diesen Schritt nicht bereut. „Es war das Beste, was ich machen konnte“, meinte Jagenow, der auch in der kommenden Saison mit dem TVH in der Bundesliga spielen will.
Noch eine Chance auf zweiten Saisonsieg
Von Trainer Friedrich bekam er ein Lob: „Wir wollen Tempo spielen, aber der Alleingang vor das gegnerische Tor war etwas ungeschickt. Dennoch hat er eine ganz ordentliche Partie geboten. Er hielt sich gerade in der ersten Hälfte klar an die Absprachen. Das war ein Schritt nach vorne.“ Friedrich sah seine Mannschaft gegenüber der letzten Begegnung in einer deutlich besseren Form. „Bei den Abschlüssen sind wir noch in einem Lernprozess, das geht nicht von heute auf Morgen.“ Seit Wochen fehlt Torjäger Luis Maier. Am Sonntag wurden in der Schlussphase Nils Mader und Jan Philipp Werthmann vermisst. „Hier haben gerade die Würfe aus dem Rückraum gefehlt“, meinte Friedrich. Dennoch agierte Jens Seithel an der Seite von Winkler sehr souverän. „Es war eine Partie mit der ich einerseits zufrieden sein kann, weil die Mannschaft bis zum Schluss gekämpft hatte, andererseits ärgern wir uns, dass wir uns nicht belohnen.“ Noch hat man die Hoffnung auf den nächsten doppelten Punktgewinn nicht aufgegeben. Am nächsten Wochenende tritt der TV Hochdorf beim Tabellenletzten VfL Günzburg an und will zum Abschluss nochmals als Sieger vom Platz gehen.
So spielten Sie
TV Hochdorf: Schwenken, Magin – Mader, Winkler (4), Jagenow (4/2) – Obenauer (4), Manger (1) – Werthmann – Leigner, Böckly (2/1), Seithel (2), Prahst, Streuber (1), Hoffmann (1)
HG Oftersheim-Schwetzingen: Steinbach, Grab – Schleidweiler (1), Beck (8/4), Nasgowitz (5) – Seidenfuß (1), Polifka – Haase (5), Trunk (1), Thüre (1), Kern, Grimm
Spielfilm: 3:3 (7.), 5:7 (13.), 9:9 (20.), 9:12 (24.), 10:13 (28.) 11:15 (33.), 14:17 (39.), 15:18 (42.) 18:20 (55.), 19:22 (60.) - Zeitstrafen: 6/7 – Rote Karten: Werthmann (39.) – Thüre (58.) - Siebenmeter: 6/3 – 4/4 - Beste Spieler: Winkler, Seithel – Beck, Haase - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Bärmann/Bärmann (Baden).