Ludwigshafen Handball: VTV gewinnen dank starker Aufholjagd

«Ludwigshafen.» Mit einem 35:30 (16:20)-Sieg über die HSG Worms haben sich die Herren der VTV Mundenheim ins obere Tabellenmittelfeld der Handball-Oberliga geschoben. Eine Dreiviertelstunde sahen die Gäste wie der sichere Sieger aus. Die Umstellung auf eine 4:2-Abwehr bei den VTV und Undiszipliniertheiten auf Wormser Seite sorgten dann für die Wende.
Zuschauer, die nach 30 Minuten die Halle verlassen hatten, verpassten eine nicht für möglich gehaltene Wende. Bis zur 45. Minute bestimmten die Gäste das Geschehen. „Wir hatten auf alles eine Lösung“, sagte HSG-Trainer Marco Tremmel, der in der Vorsaison noch auf der Mundenheimer Bank gesessen hatte. Über die Schlussviertelstunde hätte er hingegen am liebsten den Mantel des Schweigens ausgebreitet. Bei VTV-Trainer Andreas Reckenthäler sah es hingegen umgekehrt aus. „Wir haben 45 Minuten ohne Kampf und ohne Leidenschaft gespielt.“ Die Deckung? Ein Torso. Janik Kunz, der nach zehn Minuten den glücklosen Nico Klein zwischen den Pfosten abgelöst hatte, war bei den freien Würfen der Gäste im ersten Durchgang ebenso chancenlos wie Klein zuvor. Die beste Nachricht kam vor dem Anpfiff: Der 22-jährige Dominic Hopp feierte nach zwei Jahren Verletzungspause sein Comeback. Er überzeugte. Mit dem 16:20 zur Pause waren die Mundenheimer sogar noch gut bedient. Worms lag zuvor auch schon mit sechs Treffern in Führung. Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nichts. Spielwitz und Leidenschaft zeigten ausschließlich die Gäste. Die wurden allerdings auch ein Opfer ihrer Leidenschaft. „Letztlich haben die Zeitstrafen das Spiel entschieden“, sagte Reckenthäler, der außerdem in der Schlussviertelstunde seine Abwehr auf eine 4:2-Formation umstellte. Damit verkürzten die VTV zunächst von 21:26 (44.) auf 26:27 (50.). Kunz wurde mehr und mehr zum Rückhalt. Marco Binnes traf zum Ausgleich (27:27, 51.). Das war ganz offensichtlich zu viel für das Wormser Nervenkostüm. Gleich vier Zeitstrafen in kurzer Folge, davon zwei wegen Meckerns, gab es. Gegen nur zwei Feldspieler drehte Mundenheim das Spiel endgültig. Marvin Seyfried hatte für die HSG die letzte Chance, noch einmal auf drei Tore zu verkürzen, aber Kunz hielt den Siebenmeter. Im Gegenzug traf der überragende Paul Schutzius zum 32:27. Ein Vorsprung, den sich die Mundenheimer nicht mehr nehmen ließen und somit den zur Pause nicht mehr zu erwarteten Sieg einfuhren. Schade nur für die Zuschauer, die da schon nicht mehr in der Halle waren. So spielten sie VTV Mundenheim: Klein, Kunz (ab 10.) - Muth (8), Yannick Treiber (3/3), Simon Schleidweiler (4)- Schutzius (9/1), Binnes (5) - Aaron Schleidweiler (1) – Leonhardt, Pönisch (1), Arentz (2), Benjamin Treiber, Hopp (2), Thielmann Spielfilm: 3:6 (6.), 5:9 (10.), 10:12 (18.), 16:20 (Hz.), 19:21 (33.), 21:26 (44.), 27:27 (50.), 31:27 (54.), 35:30 (Ende) – Zeitstrafen: 5:11 – Rote Karte: Balasz (33., Disqualifikation) - Siebenmeter: 4/4 – 6/3 – Beste Spieler: Kunz, Schutzius, Muth – Steinführer, Seyfried - Zuschauer: 270 – Schiedsrichter: Eckert/Towae (Illtal/St. Ingbert).