Ludwigshafen
Handball: Trainer erbost trotz Mundenheimer Oberliga-Erfolg
„Ich bin mit meiner Mannschaft heute sehr unzufrieden“, erklärte VTV-Trainer Andreas Reckenthäler. Er hätte Ausflüchte suchen können und auf die große Personalmisere seiner VTV verweisen können, die mit den Co-Trainern Steffen Schneider und Florian Treiber sowie Spielertrainer André Rebholz und Jonas Scheiring aus der zweiten Mannschaft auf der Auswechselbank angetreten waren. Er hätte darauf verweisen können, dass nun auch noch Timo Naas, starker Spielmacher in den vergangenen Wochen, mit einer Schulterverletzung langfristig fehlen wird. Reckenthäler bemängelte aber die Einstellung: „Uns hat heute der letzte Biss gefehlt“, schimpfte er.
Immerhin waren auch die Gäste personell schwer gebeutelt. Mühlheim war zwar mit drei Torleuten, aber nur einem zusätzlichen Feldspieler angereist und dementsprechend auf lange, ruhige Angriffe aus. „Wir wussten, dass wir viel Tempo gehen müssen, aber das haben wir nicht gemacht“, kritisierte der enttäuschte VTV-Trainer, während TV-Coach Hilmar Bjarnason seine Spieler lobte: „Wir haben insgesamt eine ordentliche Leistung gezeigt. Nur das Ende war für uns ein wenig deprimierend.“ Denn fünf Tore waren letztlich ein zu deutliches Ergebnis.
Klein bringt die Wende
Die Wende kam mit Nico Klein, der zehn Minuten nach der Pause für den glücklosen und oft von den Vorderleuten im Stich gelassenen Janik Kunz ins Tor wechselte. Nach dem 22:22 (43.) legten die VTV ständig vor, setzten nach dem 25:24 mit Toren von Aaron Schleidweiler, Steffen Schneiderund Marcel Deege den entscheidenden Zwischenspurt an. Vier Tore Differenz waren sechs Minuten vor dem Ende zu viel für die limitierten Mülheimer, die in Julian Vogt und Philipp Schwenzer ihre stärksten Akteure hatten.
Die wurden aber auch von den VTV nie entscheidend genug gestört. So holte sich Schwenzer immer wieder die Abpraller am Kreis – Beleg für fehlende Aufmerksamkeit und vor allem den von Reckenthäler bemängelten fehlenden Biss seiner Abwehrreihe. Hinzu kamen ungewohnte Schwächen im Angriff. Bestes Beispiel dafür war Leonnard Pfeil, der zwar mit einem Doppelschlag zur 7:6-Führung (15.) erfolgreich war, aber in der Folge auch beste Gelegenheiten ausließ und keinen weiteren Treffer erzielte.
Immerhin holten die Mundenheimer im Zweiten Durchgang das Versäumte nach, wirkten nun in der Abwehr zupackender und kamen entsprechend zu Gegenstößen. Und dann war da eben noch Nico Klein, der gleichermaßen Motivator wie Rückhalt war. So blieb sogar noch ein wenig Zeit für Kabinettstückchen. Zuständig dafür die Routiniers. Im gemeinsamen Gegenstoß brachten Steffen Schneider und Florian Treiber so satte 64 Altersjahre auf das Parkett. Schneider traf zum 27:24 und erzielte damit praktisch die Entscheidung, denn den Gästen fehlten die Mittel, um zurückzuschlagen. Zufrieden war Reckenthäler damit nicht: „Wir müssen in den nächsten Wochen wieder ein anderes Gesicht und vor allem eine andere Einstellung zeigen.“
So spielten sie
VTV Mundenheim: Kunz, Klein (ab 40.) - Schmieder (6), Yannick Treiber (9/5), Simon Schleidweiler (4) - Pönisch (2), Pfeil (2) - Aaron Schleidweiler (4) - Florian Treiber, Deege (4), Scheiring, Rebholz, Schneider (1)
Spielfilm: 0:3 (5.), 8:6 (16.), 13:13 Hz., 20:18 (39.), 20:20 (40.), 25:24 (49.), 28:24 (54.) - Zeitstrafen: 3:3 - Siebenmeter: 5/5 - 3/2 - Beste Spieler: Klein, Deege - Vogt, Schwenzer - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Eckert (Illtal)/Towae (St. Ingbert).