Ludwigshafen
Handball: Streithähne müssen von Ordnern und Mitspielern getrennt werden
In einem Kampfspiel der Handball-Oberliga, bei dem am Ende die Emotionen ein wenig überkochten, behielten die VTV Mundenheim die Oberhand gegen die HSG Kastellaun/Simmern. Dank einer starken Schlussphase siegten die Gastgeber mit 31:26 (13:15.)
Rudelbildung ist im Handball ein eher seltenes Phänomen. Trotzdem mussten einige Akteure beider Mannschaften nach dem Schlusspfiff von Ordnern und Mitspielern getrennt werden. Es war der negative Höhepunkt eines von Kampf und einigen unschönen Aktionen geprägten Spiels, in dem es nur eine von drei möglichen Roten Karten gegen die Gäste gab – für ein überharte Einsteigen gegen den von außen einspringenden Benjamin Treiber. Entsprechend rangen VTV-Trainer Andreas Reckenthäler und sein HSG-Pendant Dejan Dobarzdzjiev im Anschluss um Worte. „So etwas gehört sich nicht“, waren sie sich im anschließenden Trainergespräch immerhin einig.
Keine gute erste Halbzeit
Reckenthäler haderte aber auch mit der Leistung seiner Mannschaft. Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht einverstanden“, haderte er. Zu langsam, zu undynamisch, zu lethargisch war das Angriffsspiel. Zu wenig zupackend agierte die Abwehr gegen das eigentlich leicht durchschaubare Angriffsspiel der Gäste, die vor allem versuchten, den groß gewachsenen Rechtshänder Daniel Zourek in Schussposition zu bringen. „Dabei wollten wir eigentlich über das Tempo kommen. Das hat überhaupt nicht geklappt.“ Dazu kam, dass Nico Klein im Tor keinen guten Tag erwischt hatte und nach 21 Minuten das Feld für Jannik Kunz räumte. Der führte sich zwar gleich mit zwei Paraden ein, konnte aber auch nicht verhindern, dass die HSG plötzlich mit vier Toren vorne lag (14:10, 28.). Immerhin sorgte Aaron Schleidweiler mit einem Doppelschlag dafür, dass es zur Pause nur 13:15 aus Sicht der Mundenheimer stand.
„Letzte Saison hätten wir so ein Spiel noch verloren“, sagte Steffen Schneider. Er steht eigentlich als Torwarttrainer auf dem Spielberichtsbogen, war am Samstag aber, genau wie Co-Trainer und Routinier André Rebholz, Notnagel im VTV-Aufgebot. Denn: Neben Dominik Hopp fiel auch kurzfristig Leo Pfeil aus. „Steffen war wichtig im Deckungszentrum“, lobte Reckenthäler den Trainerkollegen, der besonders in der Schlussphase auch im Angriff den Ton angab. Schneider sorgte für Struktur. Er traf in einfacher, doppelter und sogar dreifacher Überzahl zum 28:26 und 29:26. Thoren Pönisch, von den Fans zum „Spieler des Tages“ gewählt, und Aaron Schleidweiler sorgten für den Endstand.
„Am Ende ist der Sieg eventuell ein bisschen zu hoch ausgefallen, aber ich bin stolz auf die Mannschaft, dass sie auch so ein enges Spiel für sich entschieden hat“, lobte Reckenthäler.
So spielten sie
VTV Mundenheim: Klein, Kunz (ab 21.) – Naas, Yannick Treiber (6/4), Deege (1) – Pönisch (6), Benjamin Treiber (5/1) – Aaron Schleidweiler (7) – Zentgraf, Simon Schleidweiler (2) Schmieder (1), Schneider (3)
Spielfilm: 4:4 (9.), 7:9 (18.), 9:13 (26.), 13:15 Hz., 20:22 (44.), 23:22 (46.), 26:26 (54.), 31:26 Ende – Zeitstrafen: 4:4 – Rote Karte: Zigelis (54. Disqualifikation) - Siebenmeter: 6/5 – 1/1 – Beste Spieler: Pönisch, Schneider, Y. Treiber – Zourek - Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Fellinghauer/Schmidt (Weisenau).