Ludwigshafen
Handball: Lesen Sie alles über Malte Voigt, den neue Linksaußen der Eulen Ludwigshafen
Der Auftritt war einmalig. Malte Voigt sitzt zunächst 21 Minuten lang auf der Bank. Doch dann kommt der große Moment der Neuverpflichtung der Eulen Ludwigshafen. Voigt kommt aufs Spielfeld und muss einen Siebenmeter werfen. Zuvor scheiterten Max Neuhaus und Pascal Durak jeweils mit ihren Siebenmetern an Martin Ziemer, dem Torwart der Füchse Berlin. Berlin führt 7:6. Voigt krallt sich den Ball. Es ist der erste Kontakt mit dem Spielgerät in der Partie. Voigt trifft: 7:7. Die Halle tobt. Voigt bleibt im Spiel und trifft wenig später zum 9:11 – wieder mit einem Siebenmeter. Am Ende verlieren die Eulen 19:27. „Das war ganz schön spontan“, sagte Voigt, „aber ich habe in Altenholz alle Siebenmeter geworfen.“
Voigt ist baff nach Anruf von Matschke
Spontan war vieles an der Personale Voigt. Weil sich Jannik Hofmann in einem Testspiel gegen Erlangen schwer am Knie verletzt und nach seiner Operation am Dienstag nun bis zum Saisonende ausfällt, haben die Eulen Ludwigshafen Handlungsbedarf. Viele Spieler werden dem Klub angeboten. „Ich habe einen Spieler gebraucht, der mit Selbstvertrauen kommt, der verrückt genug ist, das hier für ein paar Monate zu machen und der auf der Halbposition decken kann“, sagt Eulen-Trainer Ben Matschke. Das alles erfüllt Voigt. Und so klingelt am Sonntag dessen Telefon. Er liegt gerade auf der Couch. „Ich war erst einmal baff, als sich Ben Matschke gemeldet hat“, schildert Voigt. Beide sprechen grob über den Rahmenplan. Voigt sagt zu. Am Montag und Dienstag noch trainiert er in Altenholz. Am Dienstag mietet er sich einen Wagen – seinen VW-Bus hat er vergangene Woche verkauft –, packt seine Sachen und düst am Mittwoch nach Ludwigshafen. Mit dabei: seine Kaffeemaschine von Barista. „Die ist wichtig“, sagt Voigt schmunzelnd.
Voigt wohnt erst mal in Eppelheim
Ludwigshafen ist zunächst eine Durchgangsstation. Voigt klärt mit Geschäftsführerin Lisa Heßler den Papierkram und düst dann weiter nach Eppelheim. Denn dort wohnt derzeit seine Freundin in einer WG. Sie studiert in Heidelberg Zahnmedizin. „Da leben vier Mädels. Die werden mich nicht lange dulden“, sagt Voigt scherzhaft. Er ist froh, seiner Freundin wieder so nah zu sein.
Mit Flensburg-Handewitt deutsche Meister
Nah dran, Profi zu werden, war Malte Voigt in seinen Jugendjahren. Mit der B-Jugend der SG Flensburg-Handewitt wurde er 2009 deutscher Meister. Als A-Junior debütierte er in der Bundesliga. 2011 spielte er erstmals im Profiteam der SG Flensburg-Handewitt. „Das war an Weihnachten gegen Balingen. Ich habe drei Tore erzielt“, erzählt Voigt, als sei es gestern gewesen. Weil er aber in Anders Eggert einen Weltstar vor sich hat, geht er zum Zweitligisten Henstedt-Ulzburg. Der Klub steigt ab und gerät wenige Monate später in finanzielle Schieflage. Voigt wechselt nach Altenholz. Er reift sportlich und mental. Diese Saison führte er die Torschützenliste der Dritten Liga Nord an – bis der Anruf von Matschke kam.