Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Handball ist sein Herzblut: Wie Marcus Altmann Schiris betreut und als Volunteer hilft

Marcus Altmann posiert im Tor in der Porsche Arena.
Marcus Altmann posiert im Tor in der Porsche Arena.

Zwei Stunden vorher da, zwei Stunden nachher noch im Einsatz: Marcus Altmann sorgt als Schiri-Betreuer der Eulen für Ruhe im Trubel. Bei der Frauen-WM packt er auch mit an.

Handball ist seine große Leidenschaft. Wenn er sich dort engagieren kann, dann sagt er meist nicht Nein. Marcus Altmann, jahrelang Unparteiischer in der zweiten Liga hat auch die andere Seite kennengelernt. Nicht nur bei den Eulen Ludwigshafen, sondern auch als Volunteer bei der Handball-EM in Mannheim und kürzlich auch bei der laufenden Handball-WM der Frauen in Stuttgart.

Wenn die Unparteiischen bei den Heimspielen des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen das Spielfeld betreten oder dies verlassen, sind sie selten allein. Meist werden sie von Marcus Altmann begleitet. Der 52 Jahre alte Diplom-Sparkassenbetriebswirt hat eine besondere Aufgabe. Er ist seit dem Aufstieg der Eulen in die zweite Liga ihr Schiedsrichter-Betreuer und gehört damit zu den wenigen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die bei den Heimspielen auch die längste Zeit in der Halle verbringen. Mindestens zwei Stunden vor, aber auch zwei Stunden nach dem Spiel beträgt jener Zeitraum, wo der Familienvater, der beruflich teilweise als freigestelltes Personalratsmitglied und teilweise als Private Bankingberater bei der Sparkasse Vorderpfalz tätig ist, in der Eberthalle anzutreffen ist.

Unter den Unparteiischen kein Unbekannter

Das hat Gründe: Als Schiedsrichterbetreuer empfängt er seine Kollegen bei der Ankunft. Denn diese sind 90 Minuten vor Spielbeginn in der Halle. Er begleitet sie in deren Kabinen und auch zur ersten Inaugenscheinnahme in die Halle. Aber noch vor deren Ankunft hat er auch die Kabinen der Unparteiischen mit Getränken, Obst, Snacks, aber auch mit Handtüchern ausgestattet. Altmann weiß eben aus eigener Erfahrung, was sich seine Kollegen wünschen. Ein Shuttle-Service, wie die Abholung vom Bahnhof oder Flughafen bis hin zur Organisation von Übernachtungen liegt nicht in der Zuständigkeit des Schiedsrichterbetreuers, denn dafür sind die Schiris selbst verantwortlich. „Aber die meisten kommen per Pkw“, erzählt Altmann.

Selfie mit Nationalspielerin Xenia Smits.
Selfie mit Nationalspielerin Xenia Smits.

Der Ludwigshafener, der im Stadtteil Friesenheim lebt, ist eben unter den Unparteiischen kein Unbekannter, denn er war viele Jahre Schiedsrichterwart im Pfälzischen Handballverband (PfHV). Und so beginnt sein Abend stets mit einem kurzen Smalltalk in meist herzlicher Atmosphäre. „Mehr aber auch nicht, denn die Kolleginnen und Kollegen sind ebenso vor ihrer Aufgabe angespannt“, erzählt Altmann. Ein Grund, weshalb er auch nicht deren Kabine betritt. Auch bei der technischen Besprechung mit den Verantwortlichen der beiden Vereine eine Stunde vor Spielbeginn ist er auch nicht dabei. „Ich begleite sie bis zum Eingang zum Spielfeld, hole sie auf dem Spielfeld beim Pausenpfiff und auch nach dem Abpfiff wieder ab und bin für alle Fragen für sie ansprechbar. Sie wissen auch, wo sie mich finden“, erklärt Altmann. Ob die Schiedsrichter nach der Partie noch in den VIP-Bereich zum Abendessen gehen, das bespricht er ebenso mit ihnen.

Aufenthalt im VIP-Bereich nicht immer sinnvoll

„Viele machen es nicht, manche haben noch Hunger und fragen danach“. Dabei macht Altmann kein Geheimnis daraus, dass der eine oder andere Kollege ihm auch diesbezüglich um Rat bat. „Es gibt sicherlich schon mal Situationen, wo es vielleicht nicht sinnvoll ist, in den VIP-Bereich zu gehen“, meint er mit Blick auf umstrittene Entscheidungen. So habe er auch schon mal den Pkw eines Kollegen auf dem Parkplatz vor der Eberthalle geholt und ihn zum Betriebshof der Eberthalle gebracht, so dass dieser ungehindert die Heimreise antreten konnte.

Besondere Vorkommnisse mit Zuschauern und Fans gab es bisher nicht. Altmann, der selbst noch als technischer Delegierter in der Regionalliga Südwest im Einsatz ist, hat sich vom aktiven Pfeifen verabschiedet. „Ich habe mich irgendwann für die Funktionärslaufbahn entschieden“, sagt Altmann. Sein Engagement bei den Eulen ist für ihn Herzenssache. „Das tue ich gerne, aber auch ehrenamtlich und dafür bekomme ich auch keinen Cent. Und ich bin weiterhin nah dran“.

Im Team Logistik bei Handball-WM aktiv

Nah dran war er auch kürzlich bei den Vorrundenspielen bei der Handball-WM der Frauen in der Porsche Arena in Stuttgart. Denn der Familienvater, der auch stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises des Deutschen Handballs (FDDH) war wieder einmal als Volunteer im Einsatz. Diesmal gehörte Altmann zum Team Logistik und hatte die Aufgabe, die Kabinen für die Spielerinnen und der Schiedsrichter herzurichten. Ebenso war er mit seinen Kollegen für die Ausstattung der Auswechselbänke mit Getränken und Handtüchern zuständig.

But not least gehörte zu den Aufgaben, auch die Betreuung der Teams bei deren Training in den Hallen in der Region Stuttgart. So begleitete Altmann vor dem letzten Vorrunden-Spieltag die Mannschaft aus Kuba zu ihrer letzten Trainingseinheit. Dass ihm auch bei seiner täglichen Arbeit, auch die eine oder andere deutsche Nationalspielerin über den Weg lief und wie Xenia Smits mit ihm ein Selfie machte, das blieb nicht aus. Auch durfte er im Interview mit Hallensprecher Jens Zimmermann über sein Engagement im Handball vor den Zuschauern sprechen. „Es war wieder ein tolles Erlebnis“, meinte Altmann und bedauert, dass er nicht beim Final-Wochenende in Rotterdam nicht dabei sein kann.

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