Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Eulen Ludwigshafen gehen über 100.000 Euro durch die Lappen

Nur noch wenige Sekunden waren zu spielen. Die Gesichter sprechen Bände. Der Aufwand der Eulen Ludwigshafen wurde nicht belohnt.
Nur noch wenige Sekunden waren zu spielen. Die Gesichter sprechen Bände. Der Aufwand der Eulen Ludwigshafen wurde nicht belohnt. So eine Chance kommt so schnell nicht wieder. Foto: KUNZ

Die Eulen Ludwigshafen haben die Sensation verpasst. Die Mannschaft verliert das Pokal-Viertelfinale gegen den TBV Lemgo mit 23:26. Lemgo zieht damit ins Final-Four in Hamburg ein. Dabei hatte der Rahmen gestimmt. So eine imposante Kulisse und Atmosphäre gab es schon lange nicht mehr in der Eberthalle. Doch die rote Wand beeindruckte nicht alle.

Als hätten es die Verantwortlichen der Eulen Ludwigshafen geahnt. Im Falle eines Erfolges wären jedenfalls keine Sieger-T-Shirts mit einem ausgefallenen Spruch ausgepackt worden. „Wir hatten keine“, sagte Maximilian Haas, Marketingleiter der Eulen Ludwigshafen, und betonte: „Demut ist in so einem Fall angebracht.“Davon wollten die Lemgoer nichts wissen. Kurz nach dem 26:23-Sieg vor 2350 Zuschauern in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle streiften sich die Spieler, Trainer und Betreuer ein Siegershirt über: „Hamburg 2020 die Rückkehr der Jedi-Lipper“ war als Spruch auf der Vorderseite aufgedruckt. Die Rückseite zierte eine Deutschland-Karte mit den Vereinen, die Lemgo auf dem Weg ins Final-Four besiegt hatte. Damit steht der Klub nach 2002 wieder im Final-Four. „In 17 Jahren ist eine richtige Sehnsucht entstanden“, sagte Jörg Zereike, Geschäftsführer des TBV. Lemgo kassiert für die Teilnahme am Final-Four in Hamburg 90.000 Euro Teilnahme-Prämie sowie einen Teil der TV- und Zuschauergelder.

„Hätten uns vor 3,5 Millionen Zuschauern präsentieren können“

Diese Summe hätten die Eulen Ludwigshafen gut gebrauchen können. Der angespannte Mini-Etat lässt keine großen Sprünge zu. Doch viel mehr wiegt der Imagegewinn mit dem Einzug ins Final-Four. „Wir hätten uns vor etwa 3,5 Millionen Zuschauern in der ARD präsentieren können“, sagte Haas. So aber war der Frust nach der Niederlage groß. Immerhin hatte die ARD Mitleid mit den Eulen. Im Videotext der ARD haben die Eulen nämlich 33:26 gegen Lemgo gewonnen…

Fauxpas der ARD

Solche Peinlichkeiten trösten in diesen Momenten niemanden. Dabei haben sich die Eulen-Mitarbeiter so viel Mühe gegeben. Fast die ganze Halle strahlte in rot. Es war ein imposanter Anblick. Der Klub hatte im Vorfeld rote Shirts drucken lassen und auf jeden Sitz in der Halle eines platziert. „Das war eine gigantische Lautstärke, besonders in der zweiten Halbzeit. Die Unterstützung der Fans war unfassbar“, sagte Jerôme Müller, Rückraumspieler der Eulen.

Doch Lemgo zerbrach nicht an diesem massiven Druck. „Wir haben es geschafft, diese Situationen zu überstehen“, sagte Andrej Kogut, Ex-Friesenheimer und seit 2015 Spielmacher der Lemgoer. Er hatte lange Zeit am Sieg gezweifelt. „Während der 60 Minuten hatte wohl niemand so richtig daran geglaubt“, sagte Kogut.

Am Freitag Weihnachtsfeier der Eulen in Neustadt

Maximilian Haas war geknickt nach dem Pokal-Aus. „Wir wollten eine besondere Atmosphäre schaffen. Das ist uns auch gelungen“, sagte er. Am Freitag steigt im Golfclub Pfalz in Neustadt die Weihnachtsfeier. Die Stimmung wäre dort nach einem Sieg gelöster gewesen. Vielleicht gelingt ja morgen ein Sensationserfolg in Melsungen.

Zumindest laut ARD stehen die Eulen im Final-Four…
Zumindest laut ARD stehen die Eulen im Final-Four… Foto: ier
Lemgos Torwart Peter Johannesson hielt überragend am Dienstag. Schon bei der 19:27-Niederlage in der Bundesliga verzweifelten di
Lemgos Torwart Peter Johannesson hielt überragend am Dienstag. Schon bei der 19:27-Niederlage in der Bundesliga verzweifelten die Eulen an dem Torwart des TBV. Hier scheitert Jonathan Scholz. Foto: KUNZ
Alexander Falk (rechts) war mit seinen acht Toren der erfolgreichste Werfer auf dem Platz. Es nutzte am Ende nichts. Ludwigshafe
Alexander Falk (rechts) war mit seinen acht Toren der erfolgreichste Werfer auf dem Platz. Es nutzte am Ende nichts. Ludwigshafen verlor gegen Lemgo. Foto: KUNZ
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