Ludwigshafen
Handball: Der Saisonstart der Jugend-Oberligen ist in den Januar verlegt worden
Die gescheiterte Rückkehr in die Handball-A-Jugend-Bundesliga haben die Verantwortlichen des TV Hochdorf und der TSG Friesenheim verarbeitet. Sie freuten sich auf den Neustart in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar. Aber auch daraus wird nichts. Der Saisonauftakt, der am vergangenen Wochenende erfolgen sollte, wurde verschoben. Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen und den teils massiven Einschränkungen im Trainings- und Spielbetrieb durch die jeweiligen Kommunen wurde der schon verspätete Start zum 31. Oktober auf den 10. Januar 2021 verlegt.
Individuelle Trainingspläne
Die Zukunft ist dennoch ungewiss. Aktuell besteht keine Möglichkeit, den Trainingsbetrieb fortzusetzen. „Es ist eine ganz schwierige Situation“, sagt Nik Dreyer, der Jugendkoordinator des TV Hochdorf. Er war gerade dabei, sein Team auf die Partie bei der JSG Merchweiler-Quierschied vorzubereiten. Doch die Begegnung im Saarland wurde abgesagt.
Dreyer plante nach der gescheiterten Bundesliga-Qualifikation mit einem 16-köpfigen Kader in der Oberliga um die Meisterschaft mitzuspielen. Das war aber nicht das einzige Ziel, Dreyer liegt auch die Weiterentwicklung der Mannschaft am Herzen. Einige Spieler wie Jan Philipp Winkler, Simon Leigner, Sebastian Wieland und Eric Obenauer trainieren regelmäßig im Drittliga-Team von Trainer Björn Friedrich mit. Die übrigen Akteure sollten zusätzliche Spielpraxis in der Zweiten Mannschaft erhalten, die in der Pfalzliga am Ball ist. Derzeit steht aber alles still. Auch bei der ersten Garnitur, da der Deutsche Handball-Bund prüft, inwieweit die dritthöchste Spielklasse als Profiliga eingestuft werden kann. Ist dies der Fall, könnte der Trainings- und Spielbetrieb zugelassen werden. Aktuell müssen sich die A-Jugendlichen in Hochdorf auf individuelle Trainingseinheiten einstellen. „Unser Athletik-Trainer Manuel Kuner erstellt Trainingspläne, damit sich die Jungs alleine fit halten können“, sagte Dreyer.
Ähnlich ist die Situation bei der TSG Friesenheim. Dort musste Trainer Gabriel Schmiedt gemeinsam mit Co-Trainer Malte Metz ebenfalls aufgrund einer Allgemeinverfügung der Stadt Ludwigshafen den Trainingsbetrieb einstellen. „Es ist alles dicht“, bestätigte Abteilungsleiter Martin Buschsieper. Dabei könnte sich die Situation bei der A-Jugend, die nach der verpassten Bundesliga-Qualifikation bis auf Mika Schüler zusammenblieb, noch verschärfen. Der talentierte Spielmacher Schüler nutzt ein Zweitspielrecht bei Drittligist TVG Großsachsen und erhält Spielpraxis. Denn dort läuft der Spielbetrieb - von der Aussetzung bis zum 15. November abgesehen - (vorerst) weiter. Für die A-Jugendlichen der TSG ist das ein Wunschdenken. Der Pfälzische Handballverband (PfHV) hat die Pfalzliga, in der Friesenheim II spielt, gestoppt. „Wenn die Bedingungen wieder einen geregelten Spielbetrieb erlauben, werden wir spätestens zehn Tage vor Wiederaufnahme der Partien unsere Vereine informieren“, sagte PfHV-Präsident Ulf Meyhöfer.
Seit Juni wird trainiert
Die steigenden Infektionszahlen und die damit verbundenen Entscheidungen der Kommunen bringen den Jugend- und Amateursport zum Erliegen. Damit muss sich auch die HSG Dudenhofen/Schifferstadt abfinden, deren männliche B-Jugend als einzige Mannschaft aus der Region in dieser Altersklasse den Sprung in die Oberliga geschafft hatte. Auch hier steht die Entwicklung der Jugendlichen im Vordergrund: „Vorrangig wollen wir alle Spieler optimal fördern“, sagte die engagierte Trainerin Laura Leonhardt, die mit Matthias Handrich und Aaron Schleidweiler das Team betreut. Seit Juni lief das Mannschaftstraining, zunächst in Kleingruppen im Freien und seit Mitte August in bis zu drei wöchentlichen Einheiten in der Halle. Zwölf Akteure gehören zum Kern der Oberliga-Formation, 18 zählen zum erweiterten Kader. Auch bei der HSG heißt es abwarten und den Neustart im Auge behalten.
Das gelte auch für die männliche C-Jugend, bei der B-Lizenzinhaber Jonas Suchalla, der auch im Lehrstab des PfHV tätig ist, der neue Coach ist. Der 23-jährige Student, der einen Kader von 14 Akteuren betreut, legte in der Vorbereitung neben der taktischen Ausbildung viel Wert auf Koordination und Athletik. Jetzt hat Suchalla eine Auszeit von vier Wochen verordnet. „Die Jungs bekommen individuelle Trainingspläne. Wir hoffen, im Dezember wieder mit Kleingruppen beginnen zu können, um am 10. Januar in die Runde zu starten“, sagte Suchalla. Nicht viel anders ist die Lage bei den Gleichaltrigen im neugegründeten Handball-Leistungszentrum Friesenheim-Hochdorf.