Ludwigshafen
Handball: Damen-Oberligist TSG Friesenheim will mit stark verändertem Kader in der Liga bleiben
Sechs Zugänge, neun Abgänge, eine neue Trainerin – die Damen der TSG Friesenheim stehen vor einer Saison des Umbruchs. „Wir wollen die Liga zunächst einmal kennenlernen“, sagt Viktorija („Vik“) Kühn, die als Trainerin die Hauptverantwortung trägt. Ihr zur Seite steht mit Yvonne Rolland eine erfahrene Co-Trainerin, die selbst noch spielt.
Das Augenmerk liegt auf den jungen Spielerinnen. „Mit Romina Heßler, Nina Wendler und den beiden Torfrauen haben wir eigentlich nur noch vier Spielerinnen aus dem alten Kader“, rechnet Kühn vor. Selina Hoffmann und Lara Schneider aus der A-Jugend sind nun fest im Oberligateam. Alle anderen Neuzugänge sind noch für die A-Jugend spielberechtigt. „Meine Philosophie ist, dass die Jungen spielen sollen.“
Entsprechend sei die Erwartungshaltung. „Wir müssen zunächst einmal drinbleiben“, sagt die neue Trainerin, die bereits seit Dezember als Nachfolgerin von Thorsten Engert feststand und gleichzeitig den Friesenheimer Nachwuchs in der A-Juniorinnen-Bundesliga betreut. „Natürlich sind wir als Mannschaft sehr jung und die Oberliga ist für die meisten Spielerinnen die erste Erfahrung bei den Aktiven.“ Aber mit einer guten Abwehr und schnellen Angriffen habe ihre Mannschaft sicherlich das Zeug und vor allem das Talent dafür. Die Ziele sind groß. „Wir wollen uns zunächst in der Spielklasse etablieren, mittelfristig wollen wir ins obere Drittel und möglicherweise den Aufstieg anpeilen“, so Frauenwart Martin Buschsieper bei der Vorstellung von Viktorija Kühn vor 18 Monaten, damals als Koordinatorin für den weiblichen Leistungsbereich. Das gesamte Konzept ziele auf die Dritte Liga ab, deshalb sei auch die „Beförderung“ der ehemaligen Landes-Auswahltrainerin von der Jugend zu den Damen letztlich folgerichtig, auch wenn Vorgänger Thorsten Engert die TSG auf Platz vier geführt hatte. „Wir wollen Aktive und Jugend besser verzahnen“, so Buschsieper schon damals.
Zum Auftakt geht es zur HSG Wittlich
Gerade mit der jungen Mannschaft sei die Vorbereitung nicht einfach gewesen, verriet Kühn. Sie musste Spielerinnen aus drei Bundesländern mit drei verschiedenen Ferienkalendern koordinieren. „Wir haben deshalb ohne Pause durchtrainiert.“ Das sei auch wichtig für den Zusammenhalt der neuformierten Mannschaft gewesen. „Wir mussten uns ja erst einmal finden.“ Mit dem Ergebnis ist sie bislang zufrieden. Der letzte „Test“, die Begegnung im DHB-Pokal gegen den Zweitligisten TG Nürtingen, sei ein guter Fingerzeig gewesen. „Da haben wir 45 Minuten mit der Oberliga-Mannschaft gespielt und gut mitgehalten. Ich glaube, wir haben Nürtingen mit unserer guten Abwehr überrascht“, so Kühn.
Das soll auch zum Saisonauftakt in der Oberliga gelingen. Am Sonntag, 18 Uhr, spielt die TSG beim Vorjahresfünften HSG Wittlich – einem echten Gradmesser für den weiteren Rundenverlauf.