Leichtathletik
Hallensportfest wird zur internationalen Angelegenheit
Rund 300 Teilnehmer waren zuletzt 2019 vor der Pandemie im Alters- und auch Disziplinübergreifenden Wettbewerb in der Ludwigshafener Leichtathletikhalle zu Gast. Bei der Wiederauflage konnte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Vorderpfalz, Moritz Knöringer, immerhin 230 Sportlerinnen und Sportler am Olympiastützpunkt begrüßen. „Vor allem in den Altersklassen U14 und U15 sind die Meldungen gegenüber den Vorjahren deutlich zurückgegangen.“ Woran genau dies liegen könnte und ob auch hier die Pandemie eventuell eine Rolle spielte, konnte und wollte er direkt am Veranstaltungstag noch nicht analysieren. „Generell ist der Übergang von U12 und U13 in der Leichtathletik schwierig, weil man da noch als Mannschaft an den Start geht und danach alles individueller wird“, nannte er einen weiteren Grund.
Viele Gaststarter
Viel lieber sprach er aber sowieso über das nationale Sportfest, das aus den ehemaligen Bezirksmeisterschaften Mitte Dezember mittlerweile geworden ist. „Wir hatten damals schon viele Anfragen von außerhalb nach Gaststartrechten.“ Durch die Einstufung habe man damals jedoch nur zehn Prozent Teilnehmer anderer Verbände zulassen können. Das sei mit der neuen Einstufung besser geregelt. „Jetzt darf jeder mitmachen.“ Und nicht nur die ausländischen Gäste, sondern auch die Sportlerinnen und Sportler aus Rheinhessen, Hessen und Baden-Württemberg bestätigten den Bezirksvorsitzenden in seiner Entscheidung. „Rund 50 Prozent Teilnehmer aus anderen Bezirken sprechen ganz offensichtlich für diesen Termin.“
Wie gut der Termin kurz vor Weihnachten gewählt ist, zeigte sich gerade in den internationalen Gästen. „Wir haben einige sehr talentierte Sportler, aber ihnen fehlen die Wettkämpfe in der Halle“, erklärte Christian Haessler. Der Trainer der Franzosen vom ASPTT Mulhouse hatte deshalb kurzerhand fünf Athleten ins Auto gepackt und war die rund zweieinhalb Stunden nach Ludwigshafen gefahren. „Im ganzen Elsass gibt es keine solche Leichtathletikhalle. Unsere nächste Halle wäre in Metz.“ Vor allem die Rundbahn sei eine gute Wettkampferfahrung für seine Sportler. „Wir haben nur die geraden Strecken für den Sprint.“
Auch Knöringer nahm die Sportler von außerhalb gerne auf. „Es ist für unsere Starter eine gute Gelegenheit, sich mit Athleten von außerhalb zu messen.“ Auch wenn einige davon, wie der Este Jakob Keller oder auch Samuele Parodi aus dem italienischen Savona außerhalb der Wertung antreten mussten, in ihren Zeiten aber noch vor dem eigentlichen Sieger lagen.
Teils sehr gute Ergebnisse
Aber auch aus Verbandssicht gab es gute, teilweise sogar sehr gute Ergebnisse. Selina Reiser vom TSV Iggelheim zum Beispiel, die in der Altersklasse U14 im Kugelstoßen auf satte 9,73 Meter kam und sich damit in der Halle im bundesweiten Vergleich auf Rang 16 vorstieß. Für weitere Weiten- und Zeitvergleiche fehlte beim Hallensportfest ein wichtiges Detail: „Die Ansage funktioniert leider nicht“, bedauerte Knöringer. Ansagen mit Vorleistungen oder auch persönlichen Rekorden fehlten damit leider.
Letztlich bot die Veranstaltung in der Leichtathletikhalle damit Sport um des Sports und des direkten Vergleiches willen. Irgendwie auch eine schöne Erfahrung in Zeiten, in denen es ansonsten nur noch um Rekorde geht. Deshalb fehlt beispielsweise auch der Vergleich, wie die 6,53 Meter von Ali Adham (ABC Ludwigshafen) in der Altersklasse U12 einzuordnen sind. Ein gelungenes Sportfest war es aber allemal. „Und der Termin hat sich auf alle Fälle bewährt“, so der Verbandsvorsitzende. Nicht zuletzt, weil viele Vereine dafür auch weitere Anfahrten in Kauf nahmen.