Ringen
„Hall of Fame“: Ein erlauchter Kreis mit pfälzischem Einschlag
Mit 27 international erfolgreichen Ringern und je einem Trainer und einem Kampfrichter ist die „Hall of Fame“ der deutschen Ringer ein vorerst noch kleiner, aber erlesener Kreis. Und eine Elite-Vereinigung mit einem starken vorderpfälzischen Einschlag: Nicht weniger als sieben Mitglieder der „Ruhmeshalle“ haben ihre sportlichen Wurzeln in Ludwigshafen oder in Schifferstadt. „Es wird vorerst bei diesem überschaubaren Kreis bleiben“, heißt es bei Markus Schneider vom Generalsekretariat des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) in Dortmund. Zum Kreis der Spitzenringer gehören auch der ehemalige Bundestrainer Heinz Ostermann, der mit 101 internationalen Medaillen „Rekordhalter“ ist, und der Ex-Kampfrichter Georg Metzler, der zwischen 1975 und 1993 an sechs Olympischen Spielen teilnahm.
Die Pfälzer Ringer stellen mit „Ringerkönig“ Wilfried Dietrich (1933-1992) und Pasquale Passarelli zwei Olympiasieger. Gold holten Dietrich 1960 in Rom und Passarelli 1984 in Los Angeles. Dietrich, der auch der „Hall of Fame“ des Ringer-Weltverbandes angehört, nahm zwischen 1956 und 1972 an fünf Olympischen Spielen teil, holte außer Olympia-Gold jeweils zweimal Silber und Bronze, wurde Weltmeister (1961) und Europameister (1967), holte 30 deutsche Meistertitel und wurde als Ehrenbürger von Schifferstadt auch politisch geehrt. Passarelli, 1957 in Gambatesa/Süditalien geboren und in Friesenheim zum Eliteringer geschult, war 1981 Welt- und Europameister, in diesem Jahr auch „Ringer des Jahres“ und obendrein sechsmal deutscher Meister.
Zahlreiche Titel
Als Olympiazweite kehrten Hans-Jürgen Veil 1972 von München und Markus Scherer 1984 von Los Angeles zurück, Olympia-Bronze gab es 1964 für Heinz Kiehl (1943-2016) in Tokio, Arawat Sabejew 1996 in Atlanta und Denis Kudla 2016 in Rio und 2021 in Tokio. Weltmeister war Sabejew 1994, Vize-Weltmeister Markus Scherer 1984 und Kudla 2017. Als Europameister ließen Scherer 1989, Sabejew 1993 und Kudla gleich dreimal 2016, 2018 und 2019 die Konkurrenz des Kontinents hinter sich. Dass dieses international erfolgreiche Septett auch auf nationaler Ebene oft die Nummer eins war, zeigt die Anzahl ihrer deutschen Meistertitel: Dietrich 30, Kiehl elf, Scherer zehn, Passarelli sechs, Kudla fünf, Sabejew vier und Veil drei.
Die bundesdeutschen Ringer stehen in der „Olympia-Statistik“ auf dem 15. Rang: Sie haben sich in der Vergangenheit sechs Gold-, 17 Silber- und 14 Bronzemedaillen gesichert.