Ludwigshafen
Halbzeit im Freibad
Rund 62.000 Gäste wurden bis einschließlich Sonntag, 31. Juli, in der Freizeitanlage gezählt, berichtete Bäderchef Wolfgang Köllner am Wochenanfang auf Anfrage der RHEINPFALZ. Bewerten will er diese Zahlen noch nicht. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es bis Mitte August nur gerade mal 34.000 Besucher. Und in der gesamten Corona-Saison 2020 verweilten nur rund 33.700 Gäste im Freibad – so wenige wie noch nie seit der Eröffnung der weiträumigen Anlage mit Zugang zum Badeweiher im Jahr 1976.
Der besucherstärkste Tag wurde in diesem Sommer schon wenige Wochen nach dem Auftakt registriert. Am Samstag, 19. Juni, strömten Köllner zufolge 4200 Menschen in die Freizeitanlage. Weil es schließlich im Nichtschwimmerbecken zu unübersichtlich wurde, durften am Nachmittag kurzzeitig keine weiteren Gäste mehr eingelassen werden.
Besucherrekord im Jahrhundertsommer
Beide Corona-Sommer sind indes mit früheren Jahren und der aktuellen Saison im Freibad nicht zu vergleichen: Rund 92.500 Gäste besuchten das Willersinn-Freibad 2019. Im Hitzesommer 2018 waren es sogar 138.000. Der Besucherrekord wurde im sogenannten Jahrhundertsommer im Jahr 2003 mit knapp 147.000 Badegästen erreicht. Dass sich die aktuelle Besucherzahl in den nächsten Wochen noch einmal mehr als verdoppelt und an diese Spitzenwerte anknüpfen kann, wäre eine Überraschung. Aber sechsstellig könnte die Bilanz bei anhaltend gutem Wetter durchaus noch werden.
Erstmals seit der Pandemie ist die Saison in diesem Jahr wieder im Mai gestartet. Im Vorjahr konnten Schwimmer erst ab 8. Juni ihre Bahnen ziehen, 2020 fiel der Startschuss sogar erst am 25. Juni. Bis Anfang/Mitte September ist die Freizeitanlage normalerweise geöffnet. Sobald es herbstlich wird, also erfahrungsgemäß in rund sechs Wochen, ist Schluss mit dem Badevergnügen unter freiem Himmel.
Ticketverkauf an der Badkasse
Die meisten Tickets werden nach Angaben Köllners so wie vor der Pandemie aktuell wieder an der Freibadkasse verkauft. Das Online-Ticketsystem aus den beiden Vorjahren ist zwar noch in Betrieb, werde aber weniger genutzt als erwartet, so Köllner. Genaue Zahlen will die Verwaltung zum Saisonabschluss präsentieren. Die Stadtverwaltung hatte das Online-Ticketsystem im ersten Corona-Sommer 2020 eingerichtet, die Kosten dafür beliefen sich auf rund 9000 Euro. Die Verlängerung des Systems kostet die Stadt pro Saison knapp 2000 Euro. Nach der Saison 2022 soll erneut entschieden werden, ob es das Online-Ticketsystem weiterhin geben wird.
Viele Schwimmer haben es längst bemerkt: Um Energie zu sparen, sei die Wassertemperatur auf 22 Grad abgesenkt worden, informierte der Bäderchef. An besonders heißen Tagen wie in dieser Woche erwärme sich das Wasser aber trotzdem auf 24 bis 25 Grad, weil sich die Edelstahlbecken aufheizten. Außerdem sei in den Duschen das warme Wasser abgestellt worden.
Restarbeiten am neuen Planschbecken
Das neue Planschbecken für rund eine Million Euro mit einem Wasser-Igel in der Mitte ist seit Mitte Juli in Betrieb. Ein motorisch ausfahrbares Sonnensegel spendet den kleinen Wasserratten Schatten. An der neuen Anlage seien noch kleinere Restarbeiten zu erledigen, erklärte Köllner. „Das Becken funktioniert gut.“ Die Grünflächen im Umfeld würden jedoch in dieser Saison nicht mehr fertig. Im alten Kinderbecken hatte es, wie berichtet, immer wieder Probleme mit der Mess- und Regeltechnik gegeben. Zudem mussten auch immer wieder Fliesen ausgetauscht werden müssen. Daher entschied sich die Verwaltung wie schon zuvor im Sport- und Nichtschwimmerbecken auch hier für eine neue Edelstahlkonstruktion.
Öffnungszeiten
Das Freibad am Willersinnweiher ist Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 20 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 7 bis 20 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 8 bis 20 Uhr geöffnet.