Ludwigshafen Händel trifft Osteuropa

Mit einem Konzert in Ludwigshafen hat die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ihre Reihe „Ad.Agio: Begegnung der Kulturen“ fortgesetzt. „Händel und die klingenden Gefilde im Osten Europas“ war das Konzert in der Philharmonie betitelt, wobei Händel im Wechsel mit Volksliedern aus Bulgarien und der Slowakei erklang.
Der italienische Flötist und Spiritus Rector der Reihe, Andrea Apostoli, der Geiger Hiro Furukawa, die Cellistin Johanna Middendorf-Dölger, die Oboistin Petra Fluhr und der Pianist Lorenzo Di Toro spielten Sätze aus Sonaten und Triosonaten von Händel, deren Melos bruchlos überging in die gesungenen Volkslieder. Bald sanft, bald heiter und tänzerisch schwungvoll ertönte im westlichen Barock wie in der östlichen Folklore. Die Gegenüberstellungen zeigten, wie nahe verwandt das eine mit dem anderen ist. Innige Dialoge entwickelten Oboe und Violine gerne auch mal über eine größere Distanz, in welcher die beiden Aufstellung genommen hatten. Dazwischen saßen oder lagen die Zörer am Boden und lauschten entspannt der Musik. „Ad.Agio“ ist sozusagen die „Chill-out-Reihe“ der Philharmonie, das Publikum kann im Auditorium sitzen oder es sich zwischen den Musikern ganz entspannt bequem machen. Das ergab eine geradezu arkadische Szenerie, erst recht dann, wenn Apostoli das Publikum dazu animierte, einen Grundton mitzusummen, worüber dann auch mal Gesänge der beiden Gesangssolistinnen ausschwangen. Rossitza Ouzounova liebt die Folklore ihrer bulgarischen Heimat. Das spürte man gleich an der Schönheit und Intensität ihrer Interpretationen. Bislang hat die in Heidelberg lebende Sängerin diese nur privat gesungen, nun hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt. Sie besitzt eine wunderschöne Stimme, welche all die Sehnsucht und Melancholie dieser Liebeslieder in herben und spezifischen Tönen einfängt, die man mit der Musik Osteuropas verbindet. Eva Dohnanyi war die zweite Sängerin bei dem Konzert, die folkloristische Lieder aus ihrer Heimat Slowakei sang, Lieder vom Tanzen oder auch ein Schlaflied. Eines der Lieder habe sie von ihrem Großvater gelernt, erzählte die Sängerin. Der habe es immer auf dem Klavier gespielt, wenn er Hunger hatte. Künstlerisch betreut und moderiert wird die Reihe von dem italienischen Konzertpädagogen und Flötisten Andrea Apostoli, der ähnliche Projekte auch im Festspielhaus Baden-Baden und bei den Berliner Philharmonikern leitet. „Die Welt zu Gast in der Philharmonie Ludwigshafen“ – so ließe sich die Konzertreihe sicher auch bezeichnen. Eine Oase der Ruhe und des Friedens ist es allemal.