Ludwigshafen Gutes Jahr fürs Handwerk

Das Handwerk hat rosige Aussichten. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war 2013 ein sehr gutes Jahr mit viel Bewegung und Veränderungen“, sagte gestern Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz.
Fast 4100 Betriebe sind in der Kreishandwerkerschaft zusammengeschlossen – zwei mehr als im Vorjahr. Weiteres Wachstum werde schwierig, meinte der Hauptgeschäftsführer. So seien die meisten Traditionsbetriebe in der Nahrungsmittelbranche bereits Mitglied in der Kreishandwerkerschaft. Und in Familienbetrieben wie Bäckereien oder Metzgereien gebe es große Nachfolgeprobleme. „Hier haben wir, ebenso wie im Kraftfahrzeuggewerbe, permanent sinkende Betriebszahlen“, sagte Lunk. Im Gegensatz dazu sei es durch die geänderte Handwerkerordnung, die für die Eröffnung eines Betriebs keine Meisterpflicht mehr voraussetzt, beispielsweise bei den Fliesenlegern zu einer regelrechte Schwemme gekommen. „Die meisten dieser Betriebe stammen jedoch aus Osteuropa und haben in der Regel keinerlei Interesse an einer Betreuung durch das Dienstleistungszentrum Handwerk.“ Dabei profitierten alle Betriebe von einer Mitgliedschaft. „Unsere Kernaufgabe ist die juristische Beratung der Innungsmitglieder, sowie deren Vertretung vor den Arbeits- und Sozialgerichten“, sagte Lunk. Dabei ist es dem Hauptgeschäftsführer am liebsten, wenn die drei Juristen der Kammer Prozesse schon im Vorfeld vermeiden helfen. Bei Bedarf seien sie aber zur Stelle. So habe das Dienstleistungszentrum Handwerk im Inkassobereich mitgeholfen, dass zumindest fast 350.000 Euro von 760.000 Euro offenen Rechnungsbeträgen eingetrieben werden konnten. Ein mühsames Geschäft. „Leider werden unsere Betriebe nach wie vor als Kreditinstitute von den Kunden missbraucht“, beklagte Lunk die fehlende Zahlungsmoral. Die EDV-Sanierung der Dienstleistungszentren in Ludwigshafen, Kaiserslautern, Kusel und Pirmasens ist abgeschlossen. „In diesem Jahr werden wir umfangreiche Renovierungsarbeiten im Haus des Handwerks in Ludwigshafen durchführen“, kündigte er an. „Und getreu dem Motto, dass Stillstand Rückschritt ist, wollen wir auch in diesem Jahr auf bewährte Dienstleistungen für unsere Betriebe setzen und zusätzlich neue, innovative Wege beschreiten.“ (env)