Ludwigshafen Große Sorge um Familie

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Rund 1000 Flüchtlinge sollen in diesem Jahr nach Ludwigshafen kommen. In der Stadt wird viel über sie, aber kaum mit ihnen gesprochen. Wir stellen diese Woche Flüchtlinge, ihre Hoffnungen und Wünsche für ihr Leben vor.

Das Schicksal seiner Familie ist es, was ihn am meisten umtreibt. Tag für Tag, so erzählt Micele, sitzt er in seinem Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft am Rampenweg in Rheingönheim und grübelt, wie es seiner Frau und den beiden Kindern wohl gehen mag, die er bei seiner Flucht vor drei Jahren in Eritrea zurückgelassen hat. „Wir haben nur wenig Kontakt, nur ab und zu über das Telefon“, sagt er in gebrochenem Englisch. Deutsch spricht der 34-Jährige, der seit einem Jahr und zwei Monaten in Deutschland ist, so gut wie gar nicht. Die Verständigung ist schwierig. Melancholisch wirkt der junge Mann, und man merkt ihm an, wie sehr es ihn belastet, getrennt von seiner Familie zu sein. Viele ungelöste Fragen beschäftigen ihn Tag für Tag, die Perspektive fehlt. „Ich arbeite nicht, also kann ich meiner Familie nicht helfen, sie nicht finanziell unterstützen“, sagt er und fügt hinzu: „No good“ (Nicht gut). Zwei knappe Worte, die seine Gefühle auf den Punkt bringen. Sein Weg nach Deutschland war lang und gefährlich: Über anderthalb Jahre war Micele unterwegs. Zunächst ging es von Eritrea in den Sudan, wo der junge Mann zehn Monate blieb. Es folgten zwei Monate in Libyen, mit einem kleinen Boot ging es schließlich übers Mittelmeer nach Italien. Ein typischer Fluchtweg. Nach drei Monaten in Italien zog er dann weiter nach Deutschland, wo er jetzt auf die Anerkennung als Flüchtling hofft. (rad/Foto: rad)

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