Ludwigshafen Gottvertrauen in eine gute Zukunft

In der Adventszeit öffnen wir täglich ein Türchen und stellen Menschen aus Ludwigshafen, ihre Wünsche für sich und die Stadt sowie ihre Geschenktipps vor. Heute: Hubert Münchmeyer, Diakon und Pastoralreferent im katholischen Pfarramt Herz Jesu und den angeschlossenen Kirchengemeinden.
Beim Weihnachtskonzert des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen am vergangenen Sonntag in der Herz-Jesu-Kirche stellte sich Hubert Münchmeyer, als er die Gäste begrüßte, als „zuständiger Diakon“ vor. Der 61-jährige studierte Theologe ist in vier Pfarreien in Mitte, Süd und Mundenheim jedoch für deutlich mehr zuständig als für musikalische Ereignisse und die Aufgabenfelder, die das geistliche Amt ihm zuschreibt: Diakonie (den Dienst am Menschen), Verkündigung und Gottesdienst. Münchmeyer ist im positiven Sinn eine Art „Großknecht“ in Herz Jesu, St. Ludwig, Heilig Geist und St. Sebastian, den Kirchengemeinden, die demnächst die Großpfarrei I bilden werden. Stets ist er hier unterwegs, trifft sich mit Senioren, macht sich Gedanken über Kindertagesstätten, hält Beerdigungen, ist mit im Boot, wenn es um die Umsetzung der Vorgaben der Diözese Speyer geht, die Pfarrgemeinden zusammenzulegen – alles in Absprache und zur Entlastung des zuständigen Pfarrers und des Kaplans in dieser Großgemeinde. Münchmeyer, der das Vertrauen seines Vorgesetzten Dekan Alban Meißner genießt, ist vor zehn Jahren als Pastoralreferent nach Ludwigshafen gekommen. Inzwischen ist er hier gut vernetzt. Er kennt Hinz und Kunz. Und ist – wenn das bei einem Theologen nicht despektierlich klingt – ein hemdsärmeliger Seelsorger, der auf die Menschen zugeht, Kontakte zu den politischen Amtsträgern pflegt, der sich mit Ortsvorsteher Christoph Heller auch schon mal auf ein Bier trifft. Münchmeyer, verheiratet, vier Kinder, wohnt im Pfarrhaus neben der Herz-Jesu-Kirche. Das bedeutet, dass er auch immer als Ansprechpartner für die Gemeindeglieder zur Verfügung steht. Und die machen lebhaft Gebrauch davon, dass man mit dem Diakon und dem Pastoralreferenten, der Münchmeyer in Personalunion ist, Klartext reden kann, ohne Scheu, ohne Hemmungen. Diese Weltoffenheit und seine natürliche, ungekünstelte Art verdankt der gebürtige Pirmasenser sicherlich auch seinen Erfahrungen als Seelsorger für Bundeswehrangehörige in den USA, wo er von 1997 bis 2004 mit seiner Familie lebte. Seine Frau ist Amerikanerin. Für sie und die Kinder hat er mittlerweile Weihnachtsgeschenke besorgt. Aber „nichts Großes“ versichert Münchmeyer. Vielmehr ist sein persönlicher Weihnachtswunsch ein Ausspruch des Franziskaner-Gründers Franz von Assisi: „Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.“ Der Stadt wünscht er „Mut und Gelassenheit, Gottvertrauen in eine gute Zukunft“. Sein persönlicher Geschenktipp: „Die Begegnung mit einem Menschen suchen, der aus dem Blick gekommen ist oder mit dem man sich verfeindet hat.“