Ludwigshafen
Golu ruft Ärzte zur Mitarbeit im Impfzentrum auf
Am Donnerstag waren Herbert Lutz und Andreas Werling aus dem Vorstand der Gesundheitsorganisation Golu mit Vertretern der Stadt in der Walzmühle, um sich vor Ort anzusehen, wie das Impfzentrum aussehen soll. Nach Ansicht der beiden Mediziner führt an der Impfung kein Weg vorbei – auch wenn es bei Patienten noch offene Fragen wegen der Impfung und des Wirkstoffs gebe. „Aber um diese Pandemie in den Griff zu bekommen, haben wir nur zwei Wege: die Durchseuchung der Bevölkerung oder das Impfen. Und da sehe ich doch die Impfung als den viel besseren Weg für uns alle“, sagt Herbert Lutz. An seiner Praxis gibt es auch eine Corona-Ambulanz. Daher spüre er täglich, wie groß die Verunsicherung der Bürger wegen Covid-19 sei. Zum Teil sagten Patienten auch wieder Vorsorgetermine ab, was riskant sei, warnt Lutz.
Er ruft deshalb gemeinsam mit Andreas Werling möglichst viele Kollegen aus dem Ärztenetzwerk zur Mitarbeit im Impfzentrum auf. Die Golu kooperiere hier mit der Stadt, betonen beide. „Die Zeit drängt. Wenn der Impfstoff Ende Dezember zugelassen wird, könnte es gleich Anfang Januar losgehen“, betont Werling. Daher sei die Unterstützung möglichst vieler Ärzte und Arzthelferinnen wichtig.
„Jeder ein bis zwei Tage“
Er freue sich, dass sich über einen Aufruf der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) schon 20 Kollegen für Ludwigshafen gemeldet hätten. Lutz ergänzt, dass auch etliche Ärzte, die bereits im Ruhestand seien, ihre Unterstützung signalisiert hätten. Werling und Lutz werden sich auch selbst einbringen. „Wir denken, wenn jeder niedergelassene Arzt pro Quartal dort ein bis zwei Tage zur Verfügung steht, bekommen wir das hin“, rechnen Lutz und Werling vor.
Sie verweisen dabei auch auf die Vergütungsregel für die Ärzte und Arzthelferinnen, sodass etwaige Einnahmeverluste in der Praxis ausgeglichen würden. „Man kann das gut regeln, indem man niedergelassene Ärzte mittwochs und freitags einsetzt, wenn die Praxen ohnehin früher schließen. Und an den anderen Tagen könnte man mit Kollegen im Ruhestand arbeiten“, so Werling. Denkbar sei auch die Aufteilung der Impftage, „sodass einer nur den Vor- oder Nachmittag übernimmt“.
Golu bietet Schulungen an
Lutz hofft, dass sich auch viele Arzthelferinnen melden. Auch Personal, das schon in Rente sei oder familienbedingt derzeit nicht arbeite, sei dafür sehr geeignet. „Wir bitten alle, sich bei uns in der Golu zu melden. Wir bilden dann einen Pool und bieten für die Tätigkeit zudem auch Schulungen an“, sagt Lutz.
Vor Ort seien mehrere Helfer gefragt, wie die Stadtverwaltung ergänzt. Auch sie ruft zur Unterstützung auf. Gesucht werden Ärzte, Apotheker sowie medizinisches und pharmazeutisches Fachpersonal. Werling und Lutz beschreiben ihre Eindrücke von der Besichtigung der Walzmühle so: Es gibt eine Registrierung, einen Warteraum für einen Informationsfilm, einen Bereich für das Beratungsgespräch, zwölf Impfkabinen sowie einen Warteraum zum Abschluss der Impfung. Außerdem müssten Apotheker da sein, um die richtige Kühlung des Impfstoffs zu gewährleisten. Man brauche Personal für die Impfung, aber auch Fachleute für die Beratung und Betreuung der Bürger.
Auch die Stadtverwaltung betont, dass sich schon viele Helfer gemeldet hätten, worüber man sich sehr freue. Man suche dennoch weiteres Personal, um die Impfkapazitäten stufenweise ausbauen zu können.