Ludwigshafen Gelungener Start ins Jubiläumsjahr

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Hochdorf-Assenheim/ Mutterstadt. „Musik schenkt Freu(n)de“ – unter diesem Motto hat der Katholische Musikverein Hochdorf am vergangenen Samstag sein 85-jähriges Bestehen gefeiert. Beim ausverkauften Konzert im Mutterstadter Palatinum hat der Verein rund drei Stunden lang sein Publikum begeistert. Premiere feierte der neu gegründete Projektchor unter der Leitung von Viola S. Hoffmann.

„Unser Verein ist mittlerweile so alt wie Johannes Rau oder Michail Gorbatschow – nur sehen wir deutlich jünger aus“, sagt Moderator Andreas Doppler. Tatsächlich punktet der Verein mit außergewöhnlich vielen jungen Mitgliedern, die nicht nur die aktive Kapelle, sondern auch unter anderem das Jugendorchester und das Schlagzeugensemble mitstemmen. Das verdanke der Verein seiner mehr als 30-jährigen konsequenten Jugendarbeit, sagt Dirigent Xaver Drews stolz. Neue Ideen wie der Projektchor oder Kindermusicals erhalten den Spaß an der Musik. Der älteste Musiker ist 60 Jahre alt, die jüngste sechs. Auch der kameradschaftliche Zusammenhalt und Unternehmungen außerhalb der Musik fördern den Zusammenhalt. „Das Motto spiegelt uns wieder“, betont er. Das eher getragene „A choral for a Solem Occasion“ mit bombastischen Höhepunkten leitet das Konzert ein. Dem folgt der fröhlich-schwungvolle Konzertmarsch „Arsenal“. „The Bridge on the Border“ erzählt die Geschichte eines deutsch-französischen Liebespaares an der Europa-Brücke in Kiel im Zweiten Weltkrieg. „Aus Feinden beiderseits der Brücke wurden Freunde“, sagt Doppler. Dementsprechend bedrohlich wirken Teile der Melodie, bis sie in einen musikalischen Sonnenschein münden. Viel fröhlicher muten „Die lustigen Dorfschmiede“ an. Die beiden Jugendlichen Gabriel Drews und David Zopf mimen die Schmiede, die mit aufploppenden (Limo-)Bierflaschen das Lied eröffnen und fleißig mit Hämmern auf Ambossen den Takt schlagen. „On the Sunny Side of the Street“, gesungen von Michaela Braun, erzählt von der Rassendiskriminierung in Amerika – den Weißen war eine Straßenseite vorbehalten. „Das Thema ist aktueller denn je“, denn ganz tagesaktuelle Fragen spiegeln sich in ihm wieder, „auf die es kein Richtig und Falsch gibt“, sagt Doppler. Die Aktive Kapelle beschließt den ersten Teil mit dem melodisch abwechslungsreichen „Oregon“, das einen „speziellen“ amerikanischen Bundesstaat besingt. Der zweite Teil steht ganz im Zeichen der Jugend und des neuen Projektchors. Das Vorjungendorchester eröffnet ihn mit Abbas „Thank you for the Music“ und spielt zusammen mit den Blockflötengruppen und dem Kooperationsprojekt „Musikverein – Grundschule Hochdorf-Assenheim“ Deep Purples „Smoke on the Water“. Nach dem schweren Erdbeben in Armenien 1988 wurde das Lied neu eingespielt, um mit dem Erlös in Armenien Hilfe zu leisten, erzählt Doppler. Das Jugendorchester legt seinen Schwerpunkt auf Swing: „At the Ragtime Ball“ und, zusammen mit dem Schlagzeugensemble, „Kings of Swing“. Der Projektchor, der anlässlich des Jubiläumsjahres gegründet wurde, gibt seine gelungene Premiere mit dem gefühlsvollen „Weit, weit weg“. Zusammen mit der Aktiven Kapelle intoniert er „Dry your tears, Africa“ und Queens „Bohemian Rhapsody“. Ersteres erzählt die Geschichte von rund 40 Schwarzafrikanern, die 1839 auf dem spanischen Schiff „La Amistad“ unter schlimmsten Bedingungen nach Amerika in die Sklaverei verschleppt wurden, unterwegs meuterten und schließlich vor Gericht recht bekamen, da sie illegal verkauft wurden. Der Mittelteil von „Bohemian Rhapsody“ sei mit 180 Overdups – eine Aufnahme, die zu einer bestehenden Aufnahme hinzugemischt wird – in der Rock- und Popmusik einzigartig, sagt Doppler. Das Konzert endete mit den Zugaben „Africa“ von Toto und „We are the World“ von Michael Jackson.

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