Handball
Gehörlosen-Nationalmannschaft gewinnt Test gegen die TSG Haßloch II
Alexander Zimpelmann schmunzelte. Dabei hätte er auch sauer sein können. Vier Minuten vor dem Ende beim 24:24-Ausgleich durch die TSG nahm er eine Auszeit und verlangte von seinen Spielern, dass bei einer erneuten Führung der letzte Angriff mit einem Kempatrick abgeschlossen wird. Doch so weit kam es nicht. Zwar brachten die Flügelspieler Daniel Kinnback und Dominik Götz mit ihren Toren das Gehörlosenteam mit 26:24 in Front. Aber im letzten Angriff hielten sie sich nicht an die Absprache: Nach Zuspiel von Joshua Hild ließ sich Kinnback die Chance nicht nehmen und bugsierte den Ball durch die Beine von TSG-Keeper Jan Kirchner zum 27:25-Endstand.
Zimpelmann nahm es mit Humor. Der 51-Jährige war mit dem Auftritt seiner Jungs zufrieden: „Wir werden als Trainerteam das Spiel nochmals analysieren und mit den Jungs die Dinge, die uns nicht gefallen haben, besprechen.“ Es sei eine sehr gute Leistung insbesondere in der Abwehr gewesen. Auch über die Angriffsleistung war sich Zimpelmann mit seinen Kollegen einig: „Wir haben viele einfache Tore geworfen. Das wollen wir mit Gegenstößen noch ausbauen.“
Immer mit Taktiktafel
Die Kommunikation ist das A und O. Ein Grund, weshalb die Taktiktafel ein treuer Begleiter ist. So können nicht nur Spielzüge aufgezeichnet, sondern Worte den Spielern gezeigt werden, um ihr Verhalten im Spiel zu beeinflussen. Das war im Test gegen die TSG Haßloch II notwendig. Der Verbandsligist war ein ebenbürtiger Gegner. In der jungen Mannschaft um Trainer Gerald Schalter steckt viel Potenzial. Talente wie der quirlige Linksaußen Lennart Hoffmann, der bis vor wenigen Jahren zum besten deutschen Tischtennis-Nachwuchs gezählt hat, der variabel einsetzbare Philipp Olschewski, Kreisläufer Nico Müller und Spielmacher Paul Völcker sind Akteure, die mittelfristig den Weg in den Drittliga-Kader schaffen können. Drittliga-Luft schnupperten zuletzt Dominik Thiemann und sein Freund Loic Modzinski. Letzterer verhinderte mit seinen Paraden eine frühe Führung der Gehörlosen. „Ich war beeindruckt, wie sich der Gegner geschlagen hat. Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Thiemann.
Cotrainer aus Deidesheim
Mit Felix Werling (Wörth) und Dominik Götz (Lambsheim) sind zwei pfälzische Akteure für den deutschen Deaflympicskader nominiert worden. Sie sind nicht die einzigen Pfälzer. Neben Zimpelmannn (Freinsheim) werden die Cotrainer Sven Labitzke (Mutterstadt) und Jan Willner (Deidesheim) die Reise nach Brasilien mitmachen. Video-Analyst Jonas Suchalla (Lambsheim) sowie die beiden Physiotherapeuten Quadya Hamid und Julia Heilmann (Mutterstadt) gehören ebenfalls zum Aufgebot des Deutschen Gehörlosensportverbandes (DHSV). Das letzte Training vor der Abreise nach Südamerika ist vom 6. bis 10. April erneut in der Pfalzhalle.
So spielten sie
Deutschland: Gero Gertenbach (SVH Kassel) (1.-30.), Moritz Klein (Barmstedter MTV), Tim Carstens (TSG Hatten-Sandkrug) (31.-45.); Felix Werling (TV Wörth/7/6), Jörg Tomaschweski (SG WIFT Neumünster/3), Sönke Petersen (Preetzer SV/1); Lukas Kaut (TSB Ravensburg/1), Joshua Hild (DJK Rimpar II/4); Sven Lauckner (Barmstedter MTV/1); Philipp Bayer (VfL Raststede/1), Dominic Götz (SV Waldhof Mannheim/5), Daniel Kinnböck (TSV Ost-Mosheim/4), Hung Ngoc Le (HBS Nürnberg/1), Nicolas Venske (TV Lampertheim II).
TSG Haßloch II: Kirchner (ab 45.), Modczinski (1.- 44.) – Thiemann (4), Völcker (1), Olschewski (2) – Hoffmann (5), Albert – Müller (2) – Magin (3), Grabbe (2), Armbrust, Pirker, Buschsieper.
Spielfilm: 3:2 (6.), 3:6 (11.), 7:7 (21.), 10:9 (26.), 11:10 (30.,), 15:12 (36.), 19:18 (45.), 23:19 (49.), 24:24 (56.), 27:25 (60.); Siebenmeter: 6/6 – 5/5 - Zeitstrafen: 4/4; beste Spieler: Götz, Gertenbach, Werling – Hoffmann, Modcinski, Thiemann; Zuschauer: 80; Schiedsrichter: Hehn/Höger (Haßloch/Hochdorf).