Ludwigshafen „Gehören zu den großen deutschen Zentren“

Zwei der drei Pfälzer Segelflug-Bundesligisten sind in Dannstadt stationiert.
Zwei der drei Pfälzer Segelflug-Bundesligisten sind in Dannstadt stationiert.
Herr Melzer, wird es nun am Wochenende, wenn Bundesliga ist, voll im Luftraum über Dannstadt?

Nö, da gibt es genug Platz. Aber nehmen sich die Piloten der beiden Bundesligamannschaften jetzt nicht gegenseitig die besten Routen weg? Ganz im Gegenteil. Wir versuchen, uns zu unterstützen, uns zu helfen, sind über Funk verbunden und quasi eine Truppe, die versucht, zusammen das Bestmögliche zu erreichen. Wir haben alle das gleiche Ziel, nämlich möglichst gute und vor allem weite Flüge zu machen. Dafür ist der Luftraum breit genug. Wie sieht das Miteinander in der Praxis aus? Man schaut sich morgens die Wetterlage an. Dann weiß man in etwa, was passiert und in welche Richtung man fliegen sollte. Verschiedene Leute haben dabei natürlich verschiedene Ideen. Man tauscht sich dann aus, nimmt auf, was die anderen Leute sagen und schwenkt unter Umständen um. Zwei Vereine eines Segelflugzentrums in der Bundesliga. Sind Sie stolz darauf? Natürlich. Es gibt drei Pfälzer Vereine in der Bundesliga, zwei davon in Dannstadt. Wir sind bloß ein kleines Dorf, aber im Segelfliegen gehören wir zu den großen Zentren in Deutschland. Wir sind im vergangenen Jahr auf 162.000 Segelflug-Kilometer gekommen, wenn man alle von Dannstadt gestarteten Flüge nimmt. Das entspricht einer Strecke von vier Mal um die Welt. Gab es das schon mal in der Geschichte der Segelflug-Bundesliga, zwei Vereine an einem Standort? Nein, das gab es bislang noch nie. Die meisten Vereine haben nur eine Mannschaft. Dannstadt hat sogar drei Teams. Wir haben eine gute Breite, auch dank der Nachwuchsarbeit. Wir haben mit Charly Müller, der auch Landestrainer ist, einen guten Übungsleiter, der den A-Trainer-Schein hat. Es passiert viel in der Nachwuchsarbeit, um die Jugend an das Streckenfliegen heranzuführen. Ist es das Ziel, langfristig zwei Bundesligisten zu etablieren? Wenn das klappt, wäre das eine tolle Sache und ein großer Erfolg. Ob es auch so kommt, wird man dann sehen. Der SSV war ja schon mal in der Bundesliga und ist dann wieder abgestiegen. Aber diesmal haben sie eine bessere Mannschaft zusammen, die recht schnell in die Bundesliga aufgestiegen und sehr ehrgeizig ist. Die Mannschaft hat das Potenzial, langfristig Richtung Top-Ten-Platzierungen zu kommen. Die SFG Giulini Ludwigshafen ist von Anfang an in der Bundesliga dabei, hat in 15 Jahren nur einmal die Top-Ten-Ränge verpasst. Das Ziel für diese Saison sollte also klar sein. Ja, wir peilen wieder einen Platz unter den zehn besten Mannschaften an. Allerdings ist das Niveau der Bundesliga seit der Gründung auch immer weiter gestiegen. Es wird also nicht einfacher. Wie kam es vor 16 Jahren eigentlich zur Gründung der Segelflug-Bundesliga? Reiner Rose, der Gründer der Streckenflugwettbewerbsseite im Internet, hat das ersonnen. Er hat sich gedacht, so etwas gibt es auch in anderen Sportarten, warum also auch nicht im Segelfliegen? Segelfliegen ist eine spannende Sportart, aber keiner bekommt davon etwas mit. Was natürlich auch daran liegt, dass Segelfliegen nicht so publikumswirksam ist und die Regeln kompliziert sind. Im Fußball gibt es zwei Mannschaften, deren Ziel es ist, Tore zu erzielen. Segelfliegen dagegen ist komplex.

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