Ludwigshafen Gebete gegen Gewalt

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Eine beeindruckende Vielfalt der Religionsgemeinschaften im Raum Ludwigshafen und Mannheim hat am Samstagabend die Gedenkfeier in der Kirche St. Ludwig für die Opfer der Terroranschläge am 13. November in Paris und in anderen Teilen der Welt geboten.

Bei der Versammlung von knapp 300 Besuchern in der St.-Ludwig-Kirche (Mitte), die von dem im Entstehen begriffenen Forum der Religionen und vom Christlich-Islamischen Gesprächskreis veranstaltet wurde, distanzierten sich die Vertreter der großen muslimischen Verbände der Stadt von den angeblich religiösen Absichten der Täter, die mehr als 130 Menschen in den Tod gerissen haben: Ihsan Sari im Namen der sunnitischen Muslime der Stadt (DITIB) und Hüsnü Öz, Imam der Alemi-Islam-Moschee in West, der als Vertreter der muslimischen Gemeinschaft Milli Görus zwei Suren aus dem Koran vortrug. Pinar Karadede für die Aleviten in Ludwigshafen und Mannheim sowie Pastorin Birgit Foth von der Mennonitengemeinde verurteilten in jeweils kurzen Ansprachen die „menschenverachtenden Gewalttaten“. Im Namen der katholischen und evangelischen Christen trugen Jesuitenpater Gangolf Schüssler und Dekanin Barbara Kohlstruck gemeinsam Fürbitten vor. Sana Tabaa, Vertreterin islamischer Religionslehrer, sprach ein muslimisches Bittgebet und Erzpriester Konstantinos Zarkanitis ein ostkirchliches Gebet in griechischer Sprache. Den Psalm 143 aus der Hebräischen Bibel zitierte Reinhard Herzog vom Jüdisch-Christlichen Gesprächskreis Ludwigshafen. Die Darbietungen sollten Beleg dafür sein, dass der Koran und die muslimische Religion ganz anders interpretiert werden können. Auch sollten die Gebete der christlichen Konfessionen zum Nachdenken über das Gebot der Feindesliebe anregen. Eingangs hatte der katholische Dekan der Stadt, Alban Meißner, zu zwei Schweigeminuten aufgerufen – als Zeichen des Gedenkens an die Terroropfer. Zum Abschluss der gut einstündigen Feier lud Dekanin Kohlstruck die Besucher ein, Kerzen und Rosen auf den Altarstufen als Symbole der Trauer und des Gedenkens niederzulegen. Musikalische Akzente setzten Interpreten auf der Ney, einer orientalischen Flöte, der Langhalslaute Saz und der Kirchenorgel. „Wir sind dankbar, dass ein solches Gedenken möglich war.“ Das sagte Alban Meißner am Rande der Gedenkfeier und würdigte die Veranstaltung als ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem entstehenden Forum der Religionen und dessen Koordinator Martin Rothe, „der einen Großteil der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen übernommen hat“.

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