Ludwigshafen Fussball: SVW zieht gegen DFB vor ein Zivilgericht

«Mannheim.» Der SV Waldhof Mannheim geht weiter gegen einen drohenden Punktabzug vor und hat deshalb jetzt den Deutschen Fußball-Bund (DFB) verklagt. Gestern reichte der Tabellenführer der Regionalliga Südwest Klage beim Landgericht Frankfurt ein, um den Abzug von drei Punkten in der laufenden Saison aufheben zu lassen.
Das DFB-Bundesgericht hatte Ende September in zweiter Instanz entschieden, den Mannheimern wegen eines „schuldhaft herbeigeführten“ Spielabbruchs im Aufstiegsmatch gegen den KFC Uerdingen drei Punkte abzuziehen und parallel eine Gelstrafe in Höhe von 25.000 Euro gegen die Blau-Schwarzen zu verhängen. „Wir haben Klage beim Landgericht eingereicht, weil wir glauben, dass die Strafen gegen uns nicht hätten ausgesprochen werden dürfen“, sagte SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. Er bezieht sich dabei unter anderem auf einen nicht unterschriebenen Strafantrag des Kontrollausschusses und damit auf einen Formfehler in der Anklageerhebung des Verbandes. Vor dem DFB-Bundesgericht wurde der Hinweis des SVW darauf nicht beachtet und der Drei-Punkte-Abzug bestätigt. Auf eine Revision vor dem ständigen Schiedsgericht des Verbandes verzichtete der SV Waldhof nun und zieht stattdessen vor das Landgericht. Wieder steht ein Urteil der DFB-Sportgerichtsbarkeit vor einer Prüfung durch ein ziviles Gericht. 2011 verhinderte der Oberligist Bayern Hof mit einer erfolgreich durchgesetzten einstweiligen Verfügung den Abstieg, weil er gegen einen Drei-Punkte-Abzug – wegen eines Becherwurfes auf einen Schiedsrichter– vorging. Aktuell sind die Mannheimer Tabellenführer der Regionalliga Südwest und haben ohne Punktabzug einen Vorsprung von vier Zählern auf den TSV Steinbach. Wann über die Klageeinreichung entschieden wird, ist unklar. Die Mannheimer hoffen, dass die Klage schnell zugelassen wird und es zu einer mündlichen Verhandlung kommt.