Ludwigshafen Fussball: Die Saat geht auf

«Haiger.» Jochen Kientz kann zufrieden sein. Mit einer großen Portion Gelassenheit lief der Sportliche Leiter des SV Waldhof über den Rasen des Stadions in Haiger, wo die Mannheimer das Spitzenspiel der Regionalliga 3:1 (1:0) beim TSV Steinbach gewonnen hatten. „Mir hat die Mentalität der Mannschaft gefallen“, erklärte er nach dem siebten Erfolg in Serie. Seine Personalpolitik ist ein Grund für den Höhenflug.
Es ist beachtlich, mit welcher Treffsicherheit die Waldhöfer im Sommer auf dem Transfermarkt agierten, wie zielgerichtet sie neue Spieler an den Alsenweg lotsten – und dabei nicht mit Geldscheinen um sich warfen. Jesse Weißenfels, Maurice Hirsch (Stuttgarter Kickers) und Jan Just (Schott Mainz) kamen von Absteigern zum SVW. Timo Kern (FC Astoria Walldorf) und Valmir Sulejmani (Hannover 96 II) waren nicht die begehrtesten Akteure, aber alle passen zusammen perfekt in den Kader. Die zuletzt verpflichteten Marcel Hofrath und Mounir Bouziane erwecken den Eindruck, auch Volltreffer zu werden. Die Bilanz liest sich formidabel. „Meine Arbeit sollen andere beurteilen“, sagt Kientz dazu lapidar. „Ich habe versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, fügt der ehemalige Profi-Fußballer an, der als Spielerberater aktiv war, ehe er sich der Aufgabe beim SVW verschrieb. Im Umfeld des SVW gab es deshalb Vorbehalte gegen den Ketscher, aber die hat er schnell zerstreut. Sein erster Transfer war dabei der wichtigste, denn direkt nach seinem Einstieg holte er im Winter Bernhard Trares als Trainer nach Mannheim. Kientz könnte diese Tage und Wochen genießen, doch er gönnt sich keine Ruhephase. Zwar gebe es jetzt nicht mehr die große Hektik, weil das Transferfenster geschlossen ist, aber die Arbeit wird fortgesetzt. „Wir müssen jetzt schon wieder scouten und uns ein Bild verschaffen“, erklärte Kientz. Möglichst viele Partien in der Dritten Liga und den Regionalligen schauen sich er persönlich oder seine Helfer an, damit kein interessanter Akteur unter ihrem Radar bleibt. Darüber hinaus wird an den Winter gedacht. In diesen Tagen fliegt Trares in die Türkei, um mögliche Orte für ein Trainingslager zu inspizieren. Sieben bis zehn Tage wollen sich die Mannheimer im Januar in wärmeren Gefilden auf die Rückrunde vorbereiten. Damit es vor Ort keine unliebsamen Überraschungen gibt, schaut sich Kientz die Bedingungen im Vorfeld an – die Rahmenbedingungen sollen stimmen, wenn der SVW den Aufstiegskampf fortsetzt.