Ludwigshafen Fußball-Freunde kennen keine Grenzen
«Schifferstadt.»Mit einer kleinen Geste große Freude bewirken – auf diesen Nenner bringt der DJK SV Phoenix in Schifferstadt seine jüngste soziale Aktion. Der Verein hat fußballbegeisterte Kinder in dem westafrikanischen Land Burkina Faso mit Trikots und Geld unterstützt. Nun bedankten sich die jungen Kicker aus Afrika mit herzlichen Dankesworten für die Spende und haben sogar einen Fußballverein gegründet, der mit dem Namen an die Spender erinnern soll: Equipe Phoenix Koudougou.
In Schifferstadt in der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein gibt es seit etwa 13 Jahren den Freundeskreis Burkina Faso, der das Land auf verschiedene Weise unterstützt. So hat sich zum Beispiel der Waldkindergarten in der Stadt mit Aktionen engagiert – davon wiederum hat Phönix-Vereinsmanager Gerhard Pinter erfahren, denn seine Tochter ist dort Erzieherin. „Da habe ich an unser Lager mit Schuhen und Trikots gedacht, und dass das sicher in Burkina Faso gebraucht werden könnte“, erinnert sich Gerhard Pinter. Und so kam ihm die Idee, dass auch der Fußballverein DJK SV Phönix helfen könnte. Pinters Idee stieß beim Vorstand auf offene Ohren und der Kontakt zum Freundeskreis Burkina Faso und dem Ehepaar Gerhard und Regina Schackert war schnell geknüpft. Die beiden haben den Freundeskreis 2005 zum Weltjugendtag in Köln in der Pfarrei Hl. Edith Stein in Schifferstadt gegründet. Mittlerweile hat dieser deutschlandweit Unterstützer. Die Spendenaktion der Phönix-Mitglieder nahm auch schnell Formen an, denn es kündigte sich schon bald Besuch von Vertretern aus Burkina Faso an, erzählt Gerhard Pinter. Im Sommer war der fußballbegeisterte Léonce und sein Begleiter zu Gast beim Freundeskreis in Schifferstadt – und wurde auch zu Phönix eingeladen. „Wir konnten dabei erleben, dass Fußball eine wahrhaft weltumspannende Angelegenheit ist“, berichten Gerhard und Regina Schackert vom Freundeskreis, die ebenfalls bei dem Termin dabei waren. Denn: Die Phönixler übergaben als Überraschung vier große Kisten mit Trikots und 250 Euro aus der Vereinskasse an die afrikanischen Gäste. Und: Gerhard Pinter organisierte ein Paar Fußballschuhe für Léonce, der mit dieser Ausstattung zum Abschluss zu einer gemeinsamen Trainingseinheit eingeladen war. Für ihn als Initiator und den SV-Phönix-Vorsitzenden Thomas Fetzer war vor allem die Reaktion der Gäste überwältigend: „Wir waren davon berührt, wie dankbar die beiden waren und wie sehr sie sich gefreut haben, dass so eine kleine Geste solche Auswirkungen haben kann“, sagt Gerhard Pinter. Damit die Spenden von Phönix und dem Freundeskreis auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden, ist die Association PIA mit eingebunden, die die Projekte des Freundeskreises vor Ort umsetzt. Die Gründerin und Direktorin dieser gemeinnützigen Organisation, Clarisse Kantiono, hält den Freundeskreis auf dem Laufenden. Sie hat sich nun für die „bedeutende Spende“ der Schifferstadter, wie sie schreibt, in einem herzlichen Brief bedankt und berichtet, dass damit ein Jugendfußballklub in der Stadt Koudougou in der Region Zentralwest von Burkina Faso entstehen konnte. Und es wurden zudem Fußballschuhe und Sportgeräte für die kleinen Kicker in Koudougou angeschafft. Inzwischen haben die jungen Fußballer auch ein richtiges Fußballtor bekommen, bisher hatten zwei Stangen als Tor gedient. Ein erstes Training nach dem Vorbild der Trainingseinheit von Phönix kam bei den Kindern so gut an, dass inzwischen ein regelmäßiges Training stattfindet. Es wurde auch ein Verein gegründet mit dem Namen Equipe Phoenix Koudougou, als Dankesgeste an den SV Phönix Schifferstadt. „Dass der Verein nach uns benannt ist, ist einfach unglaublich“, freut sich Vereinsmanager Gerhard Pinter.