FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FSV Schifferstadt empfängt Spitzenreiter Viktoria Herxheim

Christoph Mehrl fungiert künftig nur noch als Trainer.
Christoph Mehrl fungiert künftig nur noch als Trainer.

Am Samstag, 15 Uhr, bestreitet Fußball-Landesligist FSV Schifferstadt sein letztes Heimspiel in dieser Saison. Gegner der Blau-Weißen ist der noch unbesiegte Meister Viktoria Herxheim.

Gemeint ist Spielertrainer Christoph Mehrl, dessen Bezeichnung sich ab der kommenden Saison in Trainer ändern wird. „Ja, ich werde zum letzten Mal auf dem Feld stehen. Danach beende ich meine Laufbahn als Spieler“, sagt der 35-Jährige. Jahrelang war der spielende Coach aus dem Team nicht wegzudenken, half der Mannschaft als Innenverteidiger, Mittelfeldspieler oder – besonders nach Rückständen – in der Spitze. Dank seiner Kopfballstärke gelangen ihm wichtige Tore. Und jetzt ist Schluss. „In dieser Saison habe ich noch keine Partie bestritten, weil es der Rücken nicht mehr zulässt“, erklärt der Trainer. Deshalb werde er auch nur für ein paar Minuten auf dem Rasen stehen.

Zuletzt aufgelaufen war Mehrl im ersten Aufstiegsspiel der vorigen Runde gegen Steinbach. Aufzuhören sei schon eine einschneidende Entscheidung. „An dem Thema habe ich zu knabbern, es wird wohl ein emotionaler Tag“, vermutet der Maschinenbau-Ingenieur, der mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Schifferstadt wohnt. Er habe seinen Sport immer sehr ernst genommen, ihm vieles untergeordnet, um fit zu sein. „Meiner Frau Jennifer bin ich für ihre Unterstützung sehr dankbar“, betont Mehrl. Jetzt „nur“ noch Trainer zu sein, dürfte dem jahrelangen Vollblutfußballer bestimmt nicht leichtfallen.

Viel bewegt in zehn Jahren

Seit der Übungsleiter 2013 zum FSV Schifferstadt kam, hat er unglaublich viel bewegt. Mit seiner angenehmen, ungekünstelten, bodenständigen und integrativen Art hat er eine Entwicklung angestoßen, die den Verein auf ein ganz anderes Level gehoben hat. „Als ich kam, war der FSV eine eher mäßige A-Klasse-Mannschaft. Schon das erste Jahr war sehr schön, weil wir mit einem Team, das aus guten Freunden bestand, Meister geworden sind“, erinnert sich der 35-Jährige. Zwei Jahre nach dem Bezirksliga-Aufstieg gelang 2016 der erstmalige Sprung in die Landesliga. Dort hielt sich der FSV, der nach Mehrls Einschätzung stets einen der kleinsten Etats hat, drei Jahre lang und stellte häufig den Großen ein Bein. Lediglich ein Punkt fehlte 2019 zum Klassenverbleib.

„Doch den Abstieg haben wir gut weggesteckt, weil Zusammenhalt, Teamgeist und Kameradschaft einmalig sind“, erläutert der Trainer. Der Wiederaufstieg gelang auf Anhieb, und seit 2020 sind die Schifferstadter wieder Landesligist, mit den drei Aufstiegsspielen gegen Steinbach als vorläufigem Höhepunkt. In all den Jahren hat sich der Kader immer nur marginal verändert. Kaum ein Spieler ist gegangen, allenfalls zu den „Alten Herren“ oder in die Reserve. „Das freut mich sehr und macht mich stolz. Es ist eine Bestätigung, dass Klima, Ruhe, Beständigkeit und Menschlichkeit sehr geschätzt werden“, verdeutlicht Mehrl.

Der ehemalige Verbandsliga-Spieler, der sich auch bei seinen vorherigen Klubs Phönix Schifferstadt und FV Dudenhofen wohlgefühlt habe, stürzt sich aber schon mit Feuereifer in die Planung der nächsten Saison. „Da will ich etwas ändern, präventiv arbeiten und mehr auf Trainingssteuerung achten. Wir haben zu viele Ausfälle wegen Verletzungen“, sagt er. Und dabei denkt er nicht mehr an den Spieler Christoph Mehrl.

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