Ludwigshafen Frisch frisierte Steine
«Mitte.» An dem Tag, an dem Aston seinen ersten Stein findet, kommt er gerade mit seiner Mutter vom Einkaufen zurück. Seine Mutter schleppt schwere Tüten, Aston beobachtet die Umgebung. Und dann sieht er ihn: den ersten Stein. Er sieht so einsam aus, dass Aston ihn einfach mitnehmen muss. Und so kommt es, dass ein Stein bei seiner Familie einzieht. Aston kümmert sich gut um den Stein. Er wäscht ihn, föhnt ihn und gibt ihm die eben gestrickte Decke seines Vaters als Mantel. Anfangs haben seine Eltern damit noch kein Problem. Aston findet jedoch immer mehr Steine – darunter langweilige, kalte, raue und glatte. Andere wiederum funkeln wie Diamanten. Ein ganzes Jahr liest Aston Steine auf und nimmt sie mit. Seine Sammlung verteilt er überall in der Wohnung: Bald können seine Eltern sich nicht mehr auf die Möbel setzen, weil diese mit Steinen belagert sind. Und auch der Boden ist steinbedeckt. So kann es nicht weitergehen, beschließen Astons Eltern. Sein Vater fragt immer wieder, ob denn jetzt „gerade an dieser Stelle ein Stein liegen“ muss. Aston erwidert darauf nur: „Ja, das muss er. Er wohnt jetzt nämlich hier.“ Irgendwann haben Astons Eltern die Idee, mit den Steinen in Urlaub zu fahren. In der Nähe ist ein Strand, an dem viele Steine liegen. Alle Steine im Haus werden in zwei große Taschen gepackt und mitgenommen. Astons Mutter schleppt die Steine an den Strand. Dort verabschiedet sich Aston von seinen Steinen, die nun unter all den anderen Steinen nicht mehr einsam sind. Doch die Freude seiner Eltern währt nur kurz. Denn auf dem Heimweg sammelt Aston Stöcke . Mit fröhlicher Musik, ausdrucksstarken Darstellern und einer Handlung, die berührt, ist „Astons Steine“ ein Abenteuer für die ganze Familie. Die Inszenierung des Theaters Pero aus Schweden unter der Regie von Peter Engkvist fand am vergangenen Sonntag und Montag auf der Hinterbühne des Pfalzbaus statt. Untermalt wird die Handlung durch jazzige Livemusik und Gesang. Gerade bei der Zielgruppe der Drei- bis Sechsjährigen kommen die Musik und die ausholenden Gesten der Darsteller gut an. Doch auch die Erwachsenen sind vom Stück angetan: Es verdeutlicht, wie Kinder kleine Dinge wie einfache Steine wertschätzen und erinnert an diese bedingungslose Liebe. „Ich mag Aston, weil er so lustig ist“, erklärt die sechsjährige Lena. „Er sammelt die Steine, weil es ihm Spaß macht. Das finde ich toll“, sagt sie. Sie und ihre vierjährige Schwester Carla sammeln ebenfalls gerne Steine und Stöcke: „Bei uns müssen die aber vor der Haustür liegen bleiben, sie dürfen nicht ins Haus“, erzählt Lena. Nach der Aufführung dürfen die Kinder die Steine anfassen. Und sie sind sogleich überrascht: Denn die Steine, die auf der Bühne so schwer gewirkt haben, dass die Darsteller sie kaum tragen konnten, sind in Wirklichkeit aus leichtem Filz. Das Teater Pero Das Teater Pero wurde 1983 in Stockholm gegründet. Die Stücke richten sich vor allem an Kinder in Schweden, einige werden auch übersetzt. Damit touren die Darsteller nach eigenen Angaben durch Europa, Asien, Afrika, Nord Amerika und Australien. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Mimik, Musik und Dialoge. „Astons Steine“ beruht auf einem Bilderbuch von Lotta Geffenblad.