Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Friesenheim-Hochdorf bringt sich selbst gegen Gelnhausen um einen Punktgewinn

mHSG-Torhüter Roko Peribonio hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Das war ihm im Spiel von Friesenheim-Hochdorf gegen den T
mHSG-Torhüter Roko Peribonio hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Das war ihm im Spiel von Friesenheim-Hochdorf gegen den TV Gelnhausen aber kaum anzumerken.

Die mHSG Friesenheim-Hochdorf hat einen wichtigen Punktgewinn im Kampf gegen den Abstieg aus der Dritten Liga verpasst. Gegen den TV Gelnhausen gab es ein 30:31 (16:18). Die mHSG hatte sich diese Niederlage vor rund 150 Zuschauern vor allem selbst zuzuschreiben.

Die letzte Spielminute war bezeichnend. Bei eigenem Ballbesitz nahm mHSG-Trainer Gabriel Schmiedt 58 Sekunden vor dem Ende die Auszeit, schwor seine Mannen auf den entscheidenden letzten Angriff ein – und schon zehn Sekunden später war der Ball wieder bei den Gästen: Timo Heuft hatte mit seinem Abspiel zu viel riskiert. „Immer wenn wir dran waren, hatten wir technische Fehler und Ballverluste“, haderte Schmiedt und meinte damit vor allem die zweite Spielhälfte.

Denn während die Vorderpfälzer die gefürchtete schnelle Mitte und erste Welle der Hessen noch einigermaßen im Griff hatten, luden diese Ballverluste im zweiten Abschnitt immer wieder zu Kontern ein. Dabei war der Spielplan eigentlich ein anderer, wollte die mHSG die kurze Bank der Gelnhausener, die nur mit zehn Feldspielern angereist waren, müde spielen und dann letztlich selbst die entscheidenden Treffer setzen.

Starke Abwehrarbeit vor der Pause

Aber auch bei der Spielgemeinschaft war der Kader ausgedünnt, es fehlten mit Yannick Muth und Jan-Philipp Winkler zwei Optionen für die Rückraummitte unter der Woche im Training. Muth musste ganz passen. Dafür spielte Heuft auf der Spielmacherposition, löste die Aufgabe mit viel Routine und überzeugte auch als siebenmaliger Torschütze. Stammtorhüter Roko Peribonio hatte sich im Abschlusstraining verletzt, was ihm aber kaum anzumerken war.

Er und seine Vorderleute machten über weite Strecken des ersten Durchgangs ihre Arbeit gut, auch wenn das Rückzugsverhalten nicht immer so schnell und konsequent verlief, wie sich das Schmiedt gewünscht hätte. Zu oft lagen nur Sekunden zwischen geduldig herausgespieltem Tor und promptem Gegentreffer. „Im gebundenen Spiel waren wir die bessere Mannschaft“, attestierte der mHSG-Trainer. Und bis zum 15:15 (27.) lagen beide Teams auch gleichauf. Nur 37 Sekunden nach dem Ausgleich von Timo Heuft. Hatte Gelnhausen zwei Mal getroffen. Erstmals in diesem Spiel führte eine Mannschaft mit zwei Treffern. Ein Rückstand, dem die Gastgeber dann fast über die gesamte zweite Hälfte hinterherliefen.

Zweimal Rot für die mHSG

Dabei war es auch nicht hilfreich, dass Simon Schwarz nach seinem Foul gegen den eingesprungenen Außen ebenso direkt Rot sah (40.), wie Mihailo Ilic (55.), der seinem Gegenspieler in den Wurfarm gegriffen hatte. Immerhin: Routinier Ragnar Vollbrecht parierte den folgenden Siebenmeter, verhinderte damit das 29:31 und damit eine Vorentscheidung. Satte zwei Minuten vor Schluss markierte Nikola Sorda den 30:31-Anschlusstreffer, ließ seiner Mannschaft, die kurzzeitig sogar in doppelter Überzahl ran durfte, noch genügend Zeit für den Ausgleichstreffer. Der fiel nicht mehr. Mit viel Selbstvertrauen rettete sich Gelnhausen über die Ziellinie, warf die mHSG den Ball zweimal unbedrängt weg. „Wir haben immer wieder zum falschen Zeitpunkt Fehler gemacht“, bedauerte Schmiedt, der damit einen Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib hinnehmen musste: „Damit haben wir es nun nicht mehr allein in der Hand“, bedauerte er vor dem Saisonendspurt.

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