Ludwigshafen Freiwilligentag in Ludwigshafen: Bisher 650 Helfer für 49 Projekte
Das Außengelände der Kita Regenbogenland in Rheingönheim instandsetzen, den Zaun an der Friesenheimer Radrennbahn reparieren oder die Laufstrecke zum Michaelsberg im Maudacher Bruch reinigen – es gibt zig Möglichkeiten, sich am 19. September in Ludwigshafen zu engagieren. „Wir wollen wieder die Spitzenwerte stellen“, formulierte Oberbürgermeister Jutta Steinruck (SPD) beim Pressegespräch unter freiem Himmel das ehrgeizige Ziel.
Insgesamt 247 Projekte
Die Stadt ist auf einem guten Weg dahin, denn stolze 49 der metropolregionweit 247 Projekte sind zwischen Pfingstweide im Norden, Rheingönheim im Süden und Ruchheim im Westen gemeldet. Ein Großteil davon ist – dank Projektleiterin Susanne Ziegler – sogar schon ausgebucht. „Wir haben schon rund 650 Helfer. Rund 300 könnten wir noch unterbringen“, so Steinruck.
Aniliner säubern Rheinufer
Die haben noch immer die große Auswahl. So hat die BASF für diesen Tag das Projekt „Abfall ade – Clean-up am Rheinufer“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Stadtverwaltung, Hafenbetrieben und Wirtschaftsbetrieb will man vom Gelben Haus ausgehend das Rheinufer von Schmutz befreien. „Rund 80 Leute haben sich schon angemeldet. Wir rechnen mit 150“, so Stefanie Deuser, Sprecherin des Chemiekonzerns. Sie glaubt, dass diese Zahl noch erreicht wird. „Immerhin liegt unseren Mitarbeitern die Umwelt am Herzen.“ Die Helfer an dieser Stelle kommen in den besonderen Genuss von musikalischer Untermalung. So sind zwischen dem Platz der Deutschen Einheit und der Schneckennudelbrücke gleich mehrere Musikstationen vorgesehen. Gespielt wird außerdem an der Dreifaltigkeitskirche, dem Hospiz Elias, am Ruchheimer Schloss, Ludwigsplatz, Schiller-Wohnstift, dem Evangelischen Alten- und Pflegeheim in der Gartenstadt, in Ebertpark, Hemshofpark und der Parkanlage Riedstraße in Maudach.
Junges Theater mischt auch mit
Am Wasserbecken Prinzregentenstraße hat das junge Theater des Pfalzbaus seinen großen Auftritt mit Stücken aus dem Musical „Fame“. „Wir engagieren uns gerne für Menschen, die sich für die Stadt engagieren“, so Intendant Tilmann Gersch. Dabei sei die Musik nicht nur ein Bekenntnis zur gemeinschaftlichen sozialen Arbeit, sondern zugleich ein Lebenszeichen der Kultureinrichtung. „Wir blicken optimistisch nach vorne“, so Gersch. Das sei auch eine Botschaft aus „Fame“.
Ausschließlich unter freiem Himmel
Dabei habe man lange mit sich gerungen, ob der Freiwilligentag überhaupt in das Jahr der Pandemiebeschränkungen passe, verriet Kirsten Korte, Geschäftsführerin des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar. „Wir haben die veränderten Rahmenbedingungen im Auge und bieten in diesem Jahr ausschließlich Projekte unter freiem Himmel an.“ Mit fast 250 sind es immerhin nur knapp 120 weniger als bei der sechsten Auflage im Jahr zuvor. Korte ist froh, dass es das Ehrenamtsprojekt auch ins Jahr der Pandemie geschafft hat. „Gerade jetzt ist Ehrenamt als Kitt der Gesellschaft wichtig.“ Dafür habe man sich auch erstmals vollkommen kontaktlose Projektangebote erdacht. „Man kann zum Beispiel zu Hause einen Kuchen für ein Altenheim backen.“
Ebertpark: Säulen im Rosengarten grundieren
OB Steinruck scherzte: „Ich freue mich darauf, an diesem Tag herumzufahren und zu sehen, wie die Menschen überall in Ludwigshafen arbeiten.“ Dann wurde sie aber wieder ernst, denn „vieles, was an diesem Tag ermöglicht wird, könnten wir als Kommune gar nicht leisten.“ Das gelte etwa für die „Kunst im Ebertpark“, die Bereichsleiterin Gabriele Bindert angemeldet hat. So sollen Freiwillige die (zuvor abgestrahlten) Säulen im Rosengarten weiß grundieren. „Diese werden im Anschluss von Künstlern, die mit dem Wilhelm-Hack-Museum zusammenarbeiten, gestaltet“, so Bindert. Ein schönes Stück Ebertpark werde damit aufgewertet.