Mannheim
Fragen und Antworten: Warum und wo das Parken in Mannheim teurer wird
In Mannheim wird das Parken neu geregelt, genauer gesagt, die Kosten, die auf Autofahrer zukommen. Was ist die grundsätzliche Idee dahinter?
Die Stadt Mannheim will Autofahrer dazu bewegen, verstärkt Parkhäuser anzusteuern. Logische Folge: Dadurch werden weniger Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt.
Wie soll das erreicht werden?
Indem man das Parken in Parkhäusern attraktiver macht und das Parken am Straßenrand unattraktiver. Sprich über den Geldbeutel.
Wann soll es losgehen?
Die Neuerungen sollen ab Februar des kommenden Jahres greifen.
Was soll das Parken am Straßenrand künftig kosten?
In Zone 1 – das sind alle Flächen am und im Innenstadtring sowie an Wasserturm und Nationaltheater – steigt die Gebühr für Parkscheine, die man am Automaten zieht, pro Stunde von 3,60 auf vier Euro. Handel und bürgerliche Fraktionen im Gemeinderat hatten darauf gepocht, eine sogenannte Brötchentaste für schnelle Erledigungen auf den Weg zu bringen. Ein Gratis-Angebot soll es nicht, stattdessen einen Kurzzeittarif von einem Euro für 15 Minuten geben. Wie das Beispiel Speyer zeigt, sind Vergünstigungen beim Kurzzeitparken nicht nur in Mannheim umstritten. Die stündlichen Gebühren für das Parken außerhalb der Mannheimer City, in Parkzone 2, sollen von 1,80 auf zwei Euro angehoben werden. Von der Tarif-Erhöhung an den Parkscheinautomaten verspricht sich die Stadt Mehreinnahmen von einer halben Million Euro. Vor ziemlich genau einem Jahr hat Mannheim bereits die Tagestickets in dieser Zone deutlich verteuert. Statt vier Euro zahlen Autofahrer seit Februar acht Euro. Das traf in erster Linie Berufspendler hart, unter denen die vergleichsweise günstigen Tagestickets lange als Geheimtipp galten.
Welche Gebühren sind in den Parkhäusern geplant?
30 Minuten sollen künftig in den städtischen Parkhäusern kostenlos sein. Die Parkgebühr in der ersten Stunde wird auf zwei Euro reduziert. Um die Umsatzverluste auszugleichen, „sollen die weiteren Stunden moderat angepasst werden, ebenso die Dauerparktarife“, wie es in der Beschlussvorlage für die Sitzung des Gemeinderats heißt. Das heißt: Längeres Parken in den Parkhäusern wird teurer. Wie diese Erhöhung ausfällt, ist noch unklar. Darüber hat nicht der Gemeinderat, sondern der Aufsichtsrat der Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB) zu entscheiden. Das Gremium soll dieses Jahr noch einmal zusammenkommen.
Was passiert in den privat betriebenen Parkhäusern?
Die privat betriebenen Tiefgaragen wie die in Q6/Q7 sind bei den neuen Tarifen außen vor.
Was verspricht sich die Stadt von dieser Neuregelung?
Zum einen soll die Innenstadt mit dem Auto gut erreichbar sein – am Handel in der City hängen viele Existenzen und Arbeitsplätze. Zum anderen soll der Verkehr, der durch das Suchen von Parkplätzen entsteht, weniger werden. Die Stadt verspricht sich davon, Lärm und Emissionen zu reduzieren. Außerdem soll sich die Verkehrssicherheit dadurch verbessern. In den Parkhäusern, die die städtische Tochter MPB betreibt, sind offenbar oft viele Stellplätze frei. Die Stadt spricht von einer durchschnittlichen Auslastung über den ganzen Tag von 40 bis 50 Prozent. Je nach Tageszeit und Lage des Parkhauses könne diese stark variieren.
Was hat sich in der Fressgasse in Sachen Parken und Aufenthaltsqualität schon getan?
Was Passanten als Erstes auffällt, wenn sie vom Wasserturm kommend die Fressgasse ansteuern, sind zwei Hochbeete und ein Tiefbeet in den Quadraten P7/Q7. Zwei barrierefreie Bänke sind in dem entsiegelten Bereich als Sitzgelegenheit eingearbeitet. Ein Schwerbehindertenparkplatz wurde dafür verlegt. In P5 sind vier Kurzzeitparkplätze verschwunden, dafür ist auch dort ein Hochbeet entstanden. Außerdem wurde in diesem Quadrat ein Kurzzeitparkplatz so umgewandelt, dass dort zukünftig Handwerker ihr Fahrzeug abstellen können. In Abstimmung mit der Innenstadtwirtschaft wurde die Lieferzone in Q5 verändert. Hier wird zukünftig ein weiterer Kurzzeitparkplatz entfallen, sodass die Lieferzone erweitert werden kann.