Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tagestickets fürs Parken werden teurer: Vor allem Berufspendler betroffen

Zum Beispiel hier wird das Tagesticket bald teurer: Richard-Wagner-Straße in der Oststadt.
Zum Beispiel hier wird das Tagesticket bald teurer: Richard-Wagner-Straße in der Oststadt.

Sie galten unter denen, die mit dem Auto zur Arbeit nach Mannheim fahren, als Geheimtipp: Parkplätze am Straßenrand für vier Euro. Damit ist es ab Februar vorbei.

Es ist ein eindeutiger Trend: In vielen deutschen Großstädten werden Parkplätze immer wertvoller. In Mannheim wird punktuell an der Preisschraube für das Parken am Straßenrand außerhalb der City gedreht. Der Gemeinderat hat im Zuge der Etatberatungen beschlossen, die Gebühren für die bislang noch recht günstigen Tagestickets in Zone 2 deutlich zu erhöhen. Die Tarife fürs Kurzzeit-Parken waren bereits 2021 gestiegen. Die Stadt erhofft sich dadurch jährliche Mehreinnahmen von rund 1,1 Millionen Euro.

Für das Parken auf Plätzen und am Straßenrand außerhalb der Innenstadt sollen sich die Ticketpreise pro Tag ab 1. Februar 2025 von vier auf acht Euro verdoppeln. In einer Ausschusssitzung des Gemeinderats vor den Etatberatungen hatten zwar einige Stadträte Kritik an dem städtischen Vorhaben geübt. So sagte etwa CDU-Fraktionschef Claudius Kranz: „In unserer Fraktion wird das kritisch gesehen, weil es sich um eine massive Erhöhung handelt.“ Auch FDP und AfD lehnten die Erhöhung ab. Letztlich genügten für eine Mehrheit die Stimmen des linken Lagers. Die Freien Wähler enthielten sich bei der Abstimmung im Gemeinderat.

Andere Regelung in der City

Innerhalb der Parkzone 1, die die Innenstadt und angrenzende Straßenzüge umfasst, wird eine Tageskarte gar nicht angeboten. Ein Auto dort am Straßenrand abzustellen – sofern für Nicht-Anwohner überhaupt erlaubt –, kostet inzwischen 1,20 Euro für 20 Minuten, also 3,60 Euro pro Stunde. Ein Tagesticket wird nur in der Parkzone 2 in einiger Entfernung zur Innenstadt angeboten: an Straßen der westlichen Schwetzingerstadt und Oststadt, dazu in der Nähe des Universitätsklinikums und am Lindenhofplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das Kurzzeitparken kostet hier derzeit 60 Cent pro 20 Minuten, dementsprechend beläuft sich der Preis für eine Stunde auf 1,80 Euro.

Besonders interessant sind die Tagestickets an Werktagen zum Preis von vier Euro für Berufspendler. Nun soll der Tagespreis in einem Schritt auf acht Euro steigen. Das Tagesticket sei Ende der 1990er-Jahre eingeführt worden, um den Beschäftigten großer Betriebe in der Oststadt nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung etwas entgegenzukommen, so Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD). Denn es habe dort keine öffentlichen Parkgaragen gegeben. Bei dem aktuellen Preis von 1,80 Euro pro Stunde bestehe ein „extremes Missverhältnis“ zum Tagesticket für vier Euro. Andere Städte würden überhaupt kein Tagesticket anbieten oder wenn doch, zu deutlich höheren Preisen als Mannheim, fügt er hinzu.

Wie die Preise in Ludwigshafen sind

Eisenhauer verweist auf den neuen Radweg entlang der Augustaanlage und einen öffentlichen Personennahverkehr, der viel besser sei als in den 1990er-Jahren. Ziel sei es, den Autoverkehr einzudämmen. Sprecher von SPD und Linksfraktion stimmten Eisenhauer zu. In ihren Augen ist es gerechtfertigt, den Preis für das Tagesticket auf acht Euro zu erhöhen. Es gehe dabei nicht nur um den Haushalt. Reinhold Götz (SPD) bemängelte eine schlechte Kommunikation der Stadt. Auf was sich Berufspendler nach der Verdopplung des Tagesticket-Preises auf acht Euro künftig einstellen müssen, rechnete CDU-Sprecher Kranz vor: Bei 20 Werktagen würden dafür 160 Euro fällig, ein Monatsticket in den städtischen Parkgaragen koste dagegen 80 bis 105 Euro.

Zum Vergleich: Auch in Ludwigshafen wird das Parken im kommenden Jahr teurer. Drei Euro pro Stunde werden dann an den Parkscheinautomaten überall verlangt. Je angefangene 20 Minuten wird ein Euro fällig. Ein Tagesticket kostet 10,50 Euro. Vergünstigte Parkzonen in der City und das gebührenfreie Parken von E-Autos fallen weg. Die Verwaltung will damit einheitliche Parktarife im Innenstadtbereich einführen. Dauerparker sollen in die Parkhäuser fahren und Anwohner leichter Stellplätze finden. Ferner sollen angesichts der Haushaltslage zusätzliche Einnahmen geschaffen werden.

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