Ludwigshafen „Flüchtlingshilfe war Neuland“
Rund 50 Gäste sind gestern zu einem Empfang des Kreisverbands Vorderpfalz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in die Niederlassung in Mundenheim gekommen. Vorsitzender Willi Dörfler blickte dabei auf die Flüchtlingsarbeit in Ludwigshafen und Speyer zurück, die das DRK seit Sommer vergangenen Jahres geleistet hat, und bedankte sich bei den Kooperationspartnern.
„Flüchtlingshilfe war für uns alle Neuland. Menschen in Not zu helfen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Roten Kreuzes“, bilanzierte Dörfler. Er erinnerte daran, dass vor über einem Jahr 800 Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz ankamen und untergebracht, versorgt und betreut werden mussten. Ende Juli 2015 startete die kommunale Notunterkunft in der Mundenheimer Wattstraße in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ludwigshafen und der Bereitschaft des DRK-Kreisverbands. Am 24. September 2015 übernahm der DRK-Kreisverband dann gemeinsam mit dem Kreisverband Speyer den Aufbau, die Betreuung und Versorgung für zunächst 114 Asylbewerber in der Kurpfalzkaserne in Speyer. Innerhalb weniger Tagen hätten rund 100 Ehrenamtliche aus verschiedenen Kreisverbänden, 30 Helfer vom DLRG sowie die Feuerwehr Speyer, das THW und die noch ansässige Bundeswehr die Kurpfalzkaserne in eine Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge umfunktioniert. Die Kaserne war in Spitzenzeiten mit 780 Bewohnern belegt. Derzeit kümmern sich 28 DRK-Mitarbeiter noch um 166 Flüchtlinge. Wie es in der Nachbarstadt ab März 2017 weitergeht, sei derzeit aber noch offen, sagte Dörfler. Ludwigshafens Bürgermeister Wolfgang van Vliet (SPD) sagte, dass es für ihn im Rückblick ein Wunder sei, dass die Stadt und ihre vielen Helfer es geschafft hätten, den großen Ansturm an Flüchtlingen zu bewältigen. Er dankte besonders den über 900 Menschen, die sich in Ludwigshafen ehrenamtlich engagieren. Peter Uebel, Vorsitzender der ärztlichen Kreisvereinigung, lobte das DRK für die gute Zusammenarbeit bei der Erstuntersuchung der Ankömmlinge in den Unterkünften. Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes sei mit dieser Aufgabe überfordert gewesen, erinnerte Uebel, der auch für die CDU im Stadtrat sitzt. Den Blick auf die Arbeit in der Speyerer Kurpfalzkaserne lenkte der DRK-Einrichtungsleiter Oliver Nagel. Er erinnerte daran, dass die Hilfskräfte gerade zweineinhalb Tage Zeit gehabt hätten, die Kaserne in ein Hotel zu verwandeln. „Aber in einem Hotel kommen erst die Möbel und dann die Menschen“, fasste er die Herausforderungen zusammen. Anke Simon, SPD-Landtagsabgeordnete und Mundenheimer Ortsvorsteherin, schilderte die Anfänge in der Wattstraße. „Das DRK ist die Schnittstelle zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen sowie den Flüchtlingen“, sagte sie. |evo