Klassensplitter
FG 08 Mutterstadt II startet mit vielen jungen Spielern durch
„Mit der vorigen Saison war ich überhaupt nicht zufrieden. Da haben wir Spiele verloren, die wir nie hätten verlieren dürfen“, sagt der 30-jährige Trainer Dominik Weber. Ein Beispiel dafür war das 1:4 in Mußbach, als beide Teams ein prima Fußballspiel zeigten, das ausgeglichen war. Doch aus dem Nichts lagen die Mutterstadter plötzlich 0:3 zurück und wurden für fehlende Cleverness bestraft.
„Daraus haben wir gelernt. Wir sind nicht stärker besetzt als in der vergangenen Spielzeit, aber jetzt holen wir die Punkte. Wir sind reifer geworden“, verdeutlicht Weber, der ab Dezember seine Trainerscheine machen will. Am Sonntag wurde der Vorjahresfünfte SG Mußbach souverän 2:0 besiegt, wobei die FG erstmals ohne Gegentor blieb. Dem Übungsleiter sind jedoch die bisherigen neun Gegentore ein Dorn im Auge. „Das sind zu viele. Wir müssen defensiv sicherer stehen, weniger Chancen zulassen und bei gegnerischen Standards aufmerksamer sein“, listet er das Verbesserungspotenzial auf. Bei der SG Neidenfels/Lambrecht etwa führten die Nullachter 3:0, wurden aber leichtsinnig, mussten noch zwei Treffer einstecken und zittern.
Neue im Dutzend
Insgesamt aber läuft es bei Mutterstadt, obwohl der Kader noch einmal drastisch verjüngt wurde. „Wir haben zwölf neue Spieler dazubekommen, davon zehn von den eigenen A-Junioren“, spricht der ehrgeizige Weber einen Punkt an, der selten ist im heutigen Fußball. Die Nachwuchskräfte sorgen dafür, dass die Alteingesessenen angespornt werden. 30 Spieler bilden den Kader, durchschnittlich 22 von ihnen besuchen die Trainingseinheiten. Für eine Reservemannschaft eine geradezu sensationelle Zahl. Also führen der Trainer, der in seiner zweiten Saison bei der FG arbeitet, und sein Assistent Dennis Dietze akribisch Buch, wer am Training teilnimmt und welche Absagegründe es gibt.
Der vorjährige Co-Trainer Marcel Malizia sollte jetzt nur noch als Spieler fungieren. Der Wert des 29-jährigen Kapitäns für das Team ist hoch, doch der extrem wichtige Malizia wird für Monate ausfallen. Wadenbeinbruch und Riss des Syndesmosebandes lautet die Diagnose. Eine Operation steht bevor. Auch Philipp Erb (27) wird noch länger fehlen. Das sind zwei von nur wenigen älteren Akteure. Vom guten Auftakt lässt sich Weber nicht blenden, zumal die FG für ihre 18 Treffer zwölf verschiedene Schützen brauchte. Keiner hat häufiger als zweimal getroffen. „Unser Ziel ist, besser abzuschneiden als in der Saison 2022/23“, bleibt der Coach vorsichtig. Friedelsheim, der Gegner am kommenden Sonntag, Hambach und Deidesheim II seien zu beachten.
Dominik Weber wohnt mit Freundin Laura und seiner neunjährigen Tochter Kiara in Oggersheim. Ursprünglich stammt der Automobilkaufmann aus der Pfingstweide und hat lange für den ASV Edigheim gespielt. Dazu gab es Kurzgastspiele beim SV Weisenheim, dem SV Pfingstweide und dem TuS Dirmstein. Mit Dirmstein und Edigheim stieg der dynamische Linksfuß, der einen modernen Offensivverteidiger verkörperte und beim ASV eine tragende Säule der Mannschaft war, jeweils in die A-Klasse auf. „Das Jahr als Spieler bei der FG 08 Mutterstadt II hat mir gefallen. Und auch heute macht mir die Arbeit als Trainer viel Spaß“, betont der 30-Jährige, der wegen zweier schwerer Verletzungen früh seine Laufbahn beenden musste.