Ludwigshafen
Fernwärme fürs Freibad
Die Freien Wähler hatten die Fernwärmeanbindung beantragt – deutlich vor der Gaspreisentwicklung, wie Sprecher Hans Arndt bei der jüngsten Sitzung betonte. „Und die Fernwärme liegt ja auch bereits bis zum Gelände des BASF-Tennisclubs“, verdeutlichte er. Mit der Nutzung im Freibad könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Immerhin werde die Fernwärme ganzjährig aus Müll produziert. Im Sommer fehlen Technischen Werken und Müllheizkraftwerk dafür aber die Abnehmer. Für das Freibad ergebe sich durch den deshalb weit günstigeren Sommertarif ein doppelter Nutzen, auch wenn FDP-Sprecher Dieter Schneider zu Bedenken gab, dass das Freibad auch im Winter Fernwärme benötige. „Sonst frieren die Leitungen ein.“
Erhebliches Einsparpotenzial
Über einen Zeitraum von 20 Jahren ergebe sich bei einem Anschluss ein erhebliches Einsparpotenzial, so das Urteil der Gutachter. Und das in barer Münze. In Verbindung mit der bereits bestehenden Solarabsorberanlage werden für die 316.000 Euro Investitionskosten rund 180 Euro je eingesparter Tonne Kohlendioxid angesetzt. Das Geld dafür könne aus dem Landesprogramm Klimaschutz und Innovation kommen. Dafür sei kein Eigenanteil der Stadt notwendig, allerdings fehle dafür noch die Einstufung der Förderfähigkeit durch das Land.
Deshalb soll die Stadt für die Umsetzung aus eigenen Mitteln vorab 350.000 Euro für die Maßnahme in den Haushalt einstellen, so der Ausschussbeschluss. Verbunden mit der Hoffnung, dass kein kommunales Geld benötigt wird. Denn über den Sinn des Vorhabens bestünden fraktionsübergreifend weder aus ökologischen noch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten Zweifel – selbst wenn die Freibadesaison aus Spargründen auf nur zwei Monate verkürzt werde, so Kämmerer Andreas Schwarz (SPD).
Lob für BASF-Engagement
Einhellig begrüßt wurde vom Ausschuss das Engagement der BASF, die zum dritten Mal zur Beteiligung am Sportspendenprojekt aufruft. „Ab sofort können sich Vereine dafür bewerben“, erklärte Konzernsprecher Ulrich Spettmann. Die Bewerbung erfolge über die Homepage des Sportverbands (www.ludwigshafener-sportverband.de) und müsse neben der kurzen Begründung der Förderung nur noch den Nachweis der Gemeinnützigkeit und Kontonummer für die Spende enthalten. „Die Anträge werden im Anschluss von einer unabhängigen Jury beraten und beschieden“, so Spettmann. Er hofft, dass der Fördertopf auch in diesem Jahr wieder voll ausgeschöpft wird.
Seit 2018 plant die Stadt bereits die Umgestaltung der Bezirkssportanlage Rheingönheim. „Ursprünglich machte die Fördersumme dafür 90 Prozent aus“, berichtete Bereichsleiterin Gabriele Bindert. An der Summe selbst – 2,1 Millionen Euro – habe sich seit fünf Jahren nichts geändert. Durch die gestiegenen Baukosten sei der städtische Anteil aber mittlerweile auf rund 700.000 Euro angestiegen.
Immerhin: „Wir wollen mit der Maßnahme noch dieses Jahr beginnen“, sagte Bindert. Die Ausschreibungen dafür laufen bereits. „Dann wären wir 2024 fertig.“ Renoviert werden soll der Rasenplatz. Außerdem sollen zwei Kunstrasenplätze entstehen. Die Bezirkssportanlage wurde im Mai 1977 ihrer Bestimmung übergeben. Seither steht sie in erster Linie dem Vereinssport, darüber hinaus aber auch dem Schulsport, etwa für Bundesjugendspiele, zur Verfügung.
Weitgehend bespielt wird sie vom FC Arminia, der rund 500 Mitglieder hat, darunter 200 Jugendliche, 15 Fußballteams, davon zehn Jugendmannschaften. Mit 2800 Belegungsstunden pro Jahr ist die über den Hohen Weg erschlossene Anlage am südlichen Rand des Stadtteils bereits vollständig ausgeschöpft.