Fussball
Fehler entscheidet Derby zwischen BSC Oppau und LSC
Es lief bereits die 83. Minute, und beide Teams schienen mit dem 0:0 zumindest nicht unzufrieden zu sein. Da bekam der eingewechselte Damon Mauer vom LSC den Ball und hielt von der Strafraumgrenze einfach mal drauf. Eigentlich ein harmloser Schuss. „Ich hatte mich schon abgewendet, als plötzlich Jubel ausbrach“, sagte der 21-jährige Flügelstürmer. Was war passiert? BSC-Torwart Jan Bückermann hatte den haltbaren Ball durchrutschen lassen. Ein Torwartfehler. Der 30 Jahre alte Schlussmann mag sich damit trösten, dass ein ähnlicher Lapsus auch schon vielen Größen der Branche, Bundesligakeepern oder gar Nationaltorhütern, unterlaufen ist.
Dem LSC war es egal, er bejubelte das Siegtor. „Ich kenne Damon schon lange und habe ihn zu uns geholt“, berichtet LSC-Trainer John Antuna. Er hatte den flinken und wuseligen Außenbahnspieler schon in der Jugend des SV Waldhof trainiert. Mauer ging dann zum FCK, schaffte es allerdings nicht und legte eine Pause ein – bis ihm Antuna den Fußball wieder schmackhaft machte.
Werz’ Rechnung geht fast auf
Wie vielseitig Mauer ist, zeigte sich in den letzten Minuten, als er als Außenverteidiger aushalf. Er schloss die Lücke, die Mike Nkoy hinterließ. Der Abwehrspieler gab den Ball nicht frei und verhinderte eine schnelle Spielfortsetzung, weshalb ihm der hervorragende Unparteiische Luca Weber aus Hambach „Gelb-Rot“ zeigte (90.+1).
Die Platzherren hatten für ihr Kerwespiel eine vorsichtige Herangehensweise gewählt. „Ziel war, eine große Kompaktheit zu erreichen, möglichst wenig Räume anzubieten. Das ist und prima gelungen“, sagt Trainer André Werz. Man habe gewusst, dass der LSC gerne den Ball habe, und habe mit der Taktik nach einer anfänglichen Gewöhnungsphase die Partie in den Griff bekommen. Im Gegensatz zu früheren Jahren ließ Werz Dominique Golab und Christoph Jacob die Plätze tauschen. „Da es im Zentrum eng werden würde, war Dominique mit seiner Laufstärke dort besser aufgehoben. Und Christoph war außen leichter anspielbar“, erklärt der Coach. Eine Rechnung, die fast aufgegangen wäre.
Oppau mit den besseren Chancen
Denn Jacob war mit einem herrlichen Pass Ausgangpunkt der besten Chance des BSC (45.). Leon Karn hätte selbst abschließen können, doch er spielte quer zu Torjäger Gianluca Ferraro, der aber im gut agierenden Maxim Schill seinen Meister fand. Nicht nur diese Situation missfiel Antuna. „Mit der ersten Halbzeit war ich unzufrieden“, betont der Trainer. Ein Dreifachwechsel zur Pause war Ausdruck dessen. Der LSC blieb zwar überlegen, die besseren Möglichkeiten hatte aber Oppau. Karn (46.) und Ferraro (53.) hatten das 1:0 auf dem Fuß, Leon Böhl nach abgewehrtem Freistoß von Sebastian Tittel den Ausgleich (86.). Auf der anderen Seite rettete Bückermann vor Destiny Agbonghae (64.).
Werz trauerte den guten Chancen nach. „Ich glaube, wir hätten einen Punkt verdient gehabt. So wie wir verloren haben, ist es maximal bitter“, verdeutlicht der Oppauer Übungsleiter. „Fußballerisch war das heute nicht mein Anspruch. Wir waren zwar dominant, haben uns aber zu viele leichte Abspielfehler geleistet“, analysiert Antuna. Dennoch steht der LSC mit sieben Zählern gut da und konnte nach der Partie das Lied vom Derbysieger anstimmen. Der Erfolg war auch ein Geburtstagsgeschenk für Co-Trainer Sven Brussmann, der 34 Jahre alt wurde.
Noch ein Wort zum Unparteiischen Weber: Der leitete die Partie nicht nur einwandfrei und souverän, sondern leistet bei Luca Ferraro in einer Spielunterbrechung erste Hilfe, als den BSC-Torjäger ein Krampf plagte. Dessen Kameraden lauschten in diesem Moment Trainer Werz, als der neue Anweisungen ausgab. Der Schiedsrichter – dein Freund und Helfer. Einfach vorbildlich.