Ludwigshafen Für Mudra ein „Meilenstein“
Bunte Luftballons flattern im Wind, die ersten Kinder spielen bereits im Sandkasten, während im Mehrzweckraum der neuen Kindertagesstätte „Lufanten“ die feierliche Schlüsselübergabe stattfindet. „Ein Traum ist wahr geworden“, freute sich Hochschulpräsident Peter Mudra bei seiner Ansprache. Schließlich war es ein langer Weg von den ersten Plänen 2010 bis zur Einweihung gestern. Die Eröffnung der hochschuleigenen Kita bezeichnete Mudra als „Meilenstein in der stetigen Weiterentwicklung der Hochschule“. So ermöglicht die Campus-Kita, in der die Kinder von Studierenden und Bediensteten der Hochschule betreut werden, nicht nur die Vereinbarkeit von Studium und Familie sowie von Beruf und Familie, sondern ist auch ein Element, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Gerade vor Kurzem, berichtete Professor Mudra, habe die Hochschule dank der neuen Kita eine Professorin gewinnen können. Sollten nicht alle 30 Plätze durch die Hochschule besetzt werden, können auch Ludwigshafener Kinder aufgenommen werden. Daher beteiligte sich die Stadt Ludwigshafen mit einem Zuschuss von 268.000 Euro an den Baukosten von insgesamt 1,5 Millionen Euro. „Der Kita-Ausbau ist ein Thema von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung und kann nur mit Hilfe von Bund und Ländern gelingen“, sagte gestern Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU). Für Achim Weber vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz ist die Kita eine Aufwertung des Hochschulstandorts Ludwigshafen. Das Land beteiligte sich mit einer halben Million Euro an den Baukosten. Dies sei, so betonte Weber, eine „große Kraftanstrengung für das Land“ gewesen, die sich aber lohne. Insgesamt gebe es 42 Kitagruppen des Studierendenwerks, die eine Belegungsquote von 97 Prozent aufweisen. Für Achim Weber ist das ein Beleg, dass ein großer Bedarf für das Kita-Angebot an Hochschulen und Universitäten besteht. Die Kita „Lufanten“ bietet in zwei Gruppen Platz für 30 Kinder ab neun Monaten sowie 24 Ganztagsplätze. In der sogenannten kleinen Altersmischung sind in jeder Gruppe sieben Kinder unter drei Jahren und acht Kinder über drei Jahren untergebracht. Träger der Kita ist das Studierendenwerk Vorderpfalz. Für dessen Geschäftsführer Andreas Schülke schließt die Kita eine Versorgungslücke. „Sie leistet einen wichtigen Beitrag, damit das Studium auch mit Kind gelingt“, sagte er. Denn das Studieren mit Kind stelle eine extreme Doppelbelastung dar, die nicht selten zum Abbruch des Studiums führe. Der Baubeginn der Kita, die auf dem Gelände der Hochschule an der Ernst-Boehe-Straße liegt, war am 27. Oktober 2016. Die Kita ist eingeschossig, nicht unterkellert und hat eine Nutzfläche von rund 430 Quadratmetern sowie einen Außenspielbereich von etwa 700 Quadratmetern. Unter den rund 50 Gästen bei der Einweihung waren auch die ersten künftigen Kita-Kids, die dann gleich eifrig im Sandkasten buddelten und neugierig ihre künftigen Gruppenräume erkundeten. Die beiden Gruppenräume mit Nebenräumen haben bodentiefe Fenster, die viel Licht hereinlassen, und einen direkten Zugang zum Außengelände. Das Gebäude ist barrierefrei zugänglich. Für die Kleinsten gibt es einen Schlafraum. Der Mehrzweckraum kann zur Bewegungsförderung, zum Turnen und Spielen genutzt werden.