Ludwigshafen Für jedes Lied der passende Tonfall

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Songs aus den Goldenen Zwanziger Jahren gab es beim jüngsten Konzert in der Musikbibliothek Mannheim im Dalberghaus zu hören, sehr erfrischend dargeboten von Ekaterina Kardakova. Da die junge Russin sowohl im Gesang wie im Klavierspiel bestens ausgebildet ist, übernahm sie beides.

Ekaterina Kardakova hat in Moskau und danach in Hannover studiert und war danach als Sängerin am Theater Magdeburg beschäftigt. Es folgte eine Ausbildung in Modern Music Performance in Lugano und ein gesangspädagogisches Studium an der Musikhochschule in Mannheim. Seither ist die Künstlerin sehr rege, arbeitet als freiberufliche Opernsängerin, setzt eigene Projekte um, unterrichtet Gesang und Klavier an ihrer Mobile Musical School in Mannheim, bietet auch Musiktherapie an. Eine vielseitige Künstlerin, die stilistisch in den unterschiedlichsten Genres zuhause ist. Zum fünften Mal gastierte sie nun in der Musikbibliothek und tauchte ein in die Goldenen Zwanziger Jahre, mit sympathischen Moderationen zu Gesang und Klavierspiel. Spaß zu haben, war als Motto des Nachmittags ausgegeben, und den hatte das zahlreiche Publikum zweifellos. Berliner Kabarett-Songs wie „Es leuchten die Sterne“ oder „Veronika, der Lenz ist da“ sang sie und fand für jedes Lied den passenden Tonfall. Auf die Lust am genüsslichen Auskosten bis zur Übertreibung versteht die Sängerin sich bestens. Sie ließ eine frische und fruchtige Stimme hören, und der parodistische Tonfall ging ihr wie geläufig von den Lippen. Sinnlich verführerische Töne schlug die Russin an in Marlene Dietrichs „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Und sie hatte eine sanfte süße Verführung, eine leuchtende Farbe in ihrem Gesang, als sie in einem weiteren alten Schlager versicherte: „Frauen sind keine Engel“. Bei alldem begleitete Ekaterina Kardakova ihren Gesang trefflich am Klavier und brachte immer wieder gerne einmal einen Tango in Schwung. Den dazugehörigen mondänen Sangeston hatte sie gleichfalls auf den Lippen. Ekaterina Kardakova gelang es vortrefflich, ihr Publikum in die gute alte Zeit mitzunehmen und sich in die Goldenen Zwanziger Jahre hineinzuträumen. Das gemeinsame Singen mancher Lieder trug gleichfalls dazu bei. Und auch der Foxtrott gehört ja zum Lebensgefühl jener Jahre, so in „Was weißt denn du, wie ich verliebt bin?“ Glühend und leuchtend, verliebt schwärmend sang die Sopranistin dieses Lied. Beste Stimmung brachte die temperamentvolle Sängerin in diesen Nachmittag, und beim Hören der schwungvollen Klavierrhythmen mag der eine oder die andere im Publikum nicht übel Lust bekommen haben, das Tanzbein zu schwingen. Ihre schöne Stimme brachte Ekaterina Kardakova zu bester Wirkung im Schlusslied „Time to Say Goodbye“. Schmiegsame Farben und sanft schwebendes Gefühl waren in dem Vortrag vereint. Heftiger Beifall schlug der Sängerin am Ende entgegen, und ohne Zugabe ließ das Publikum sie nicht gehen. „New York, New York“ führte sie abschließen in hymnische Höhen.

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