Ludwigshafen
Für einige Sportler ist der Insellauf Ehrensache
Von Volker Endres
Organisatorin Saskia Helfenfinger-Jeck strahlt. „Am wichtigsten ist, dass wieder so viele Läufer mit dabei sind.“ Mehr als das sogar. „Wir hatten eine richtig lange Warteliste“, verriet sie. Vor dem Start. Den nahm wie gewohnt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) vor. Für sie stand Gemeinschaftsgefühl und Geselligkeit in Verbindung mit dem benachbarten Hafenfest im Vordergrund. „Solche Veranstaltungen verbinden die Stadtgesellschaft.“
Hitze bremst die Läufer
Aus sportlicher Sicht war das Rennen in diesem Jahr so offen wie schon lange nicht mehr. Immerhin war Seriensieger „Zahnmedizin im Musikerviertel“ um Marathon-Meister Lennart Nies in diesem Jahr nicht mit von der Partie. Ein Klassenunterschied: Nies hatte im Vorjahr eine Zeit von knapp über zwölf Minuten für seine beiden Runden über insgesamt 4,2 Kilometer vorgelegt. In diesem Jahr lagen die besten Einzelzeiten im Bereich zwischen 15 und 16 Minuten. Polizei-Vizepräsident Andreas Sarter ging beispielsweise nach 15:52 Minuten zum ersten Wechsel, war im Anschluss angesichts der schwülheißen Witterung entsprechend ausgepumpt.
„Die Polizei war hier von Anfang an mit dabei. Das ist für uns Ehrensache. Immerhin ist das für uns ja ein Heimspiel“, hatte er vor dem Start erklärt. Deshalb sei es auch kein Problem, gleich mehrere Staffeln im Namen des Polizeipräsidiums zu füllen. „Unsere Leute haben da richtig Lust darauf.“ Das galt erstmals auch für die Hafengesellschaft. „Die sind zum ersten Mal mit dabei“, so Helfenfinger-Jeck.
Sorgen mussten sich weder Sarter noch alle anderen Teilnehmer machen, denn zum einen hatte der Laufclub mit Blick auf die Temperaturen einen zusätzlichen Getränkestand auf der Strecke aufgebaut, zum anderen waren mit den Ludwigshafener Streetdocs auch Ärzte mit auf der Parkinsel unterwegs. „Die Strecke ist überschaubar und meistens unter Bäumen. Und wenn dann jeder Teilnehmer noch genügend trinkt, sollte das alles kein Problem sein“, erklärte Streetdoc Markus Hauck. Für seine Gruppe sei der Insellauf eine Gelegenheit, Aufmerksamkeit für das Projekt zu wecken und damit möglicherweise Spenden für die ehrenamtlich getragene aufsuchende Hilfe zu generieren.
Eine Läuferin tritt gleich zweimal an
Für andere stand der Spaß an der Sache an erster Stelle. Die Frauenlaufgruppe „Nicht schnell, aber schön“ aus Schifferstadt zum Beispiel. „Wir sind gleich mit zwei Staffeln dabei“, erklärte Sandy Gruber. Gegründet ursprünglich für den Mannheimer Frauenlauf, nehme man mittlerweile an verschiedenen Veranstaltungen in der Region teil. „Aber das hier ist unsere erste Staffel.“ Wechsel habe man dafür im Übrigen nicht trainiert“, sagte sie vor dem Start noch lachend. Dabei hatte sie sich selbst einiges vorgenommen. „Ich bin hier unsere Startläuferin, aber bei der Staffel von meinem Arbeitgeber laufe ich dann noch einmal als Schlussläuferin.“
Die DLRG Oggersheim zeigte, dass die Lebensretter nicht nur auf dem Wasser, sondern auch zu Lande eine gute Figur abgeben. „Wir machen auch Rettungssport. Deshalb müssen wir auch im Laufen fit sein“, erklärte Christiane Schotten-Ayres, die außerdem auf die sechs gefüllte DLRG-Staffeln verwies.
Dreikampf an der Spitze
Mit dem Rennen an der Spitze hatten die aber alle nichts zu tun. Den machten die Polizei um Sarter und die Triathleten des Ludwigshafener Schwimmvereins 07 unter sich aus – mit dem besseren Ende für die Schwimmer. Immerhin eine Minute und elf Sekunden hatte der LSV beim Zieleinlauf Vorsprung, nachdem nach den beiden ersten Läufern noch die Polizei knapp zwei Minuten in Führung gelegen hatte.
Was am Ende aber zählte, war nicht nur der Sieg, sondern gerade der Spaß an der Sache und einem gelungenen sportlichen Auftakt für das mittlerweile traditionelle Ludwigshafener Hafenfest, dass im Anschluss von Ortsvorsteher Christoph Heller, Oberbürgermeisterin Steinruck und der Arge-Vorsitzenden Bettina Heller gemeinsam eröffnet wurde.