Ludwigshafen Fünfmal mit den Hacken klacken

91-77357360.jpg

Mutterstadt. „The Spirit of Ireland“, eine irische Tanzshow mit Live-Band, ist am vergangenen Freitag im Palatinum Mutterstadt aufgetreten. Die Produktion des irischen Produzenten Michael Carr mit 14 Tänzern und Musikern sorgte für zuckende Beine und begeisterten Applaus.

Sängerin Lisa Murphy erscheint in einem weißen Kleid auf der dunklen Bühne. Ruhig und gefühlvoll beginnt die Show mit dem Lied „My Lagan Love“. Hinter der Sängerin sitzen vier Tänzerinnen auf der Bühne. Kaum ist die letzte Zeile gesungen, erwachen die Tänzerinnen elfengleich zum Leben. Sie scheinen lautlos über die Bühne zu schweben. Begleitet werden sie von fünf Musikern, die Piano, Querflöte, Gitarre, Fiddle (irische Geige), Bodhrán (gälische Trommel) und Akkordeon spielen – alles live. Sie begeistern mit Solostücken und begleiten die Tänzer. „So viel Platz, da können wir mittanzen“, kommentiert ein Besucher aus den vorderen Reihen. Tatsächlich reißt die Vorstellung viele mit, sodass die Stuhlreihe schier unter den stampfenden Füßen erzittert. Aber auch Cheftänzer Christopher McSorley bezieht das Publikum schneller ein als gedacht. Die Zuschauer sollen ihn bei seinen Luftsprüngen klatschend begleiten. Das auch noch im Takt. Eine Herausforderung. Mit den Fingern zählt er vor, wie oft er in der Luft die Hacken klackend zusammenschlagen wird. Er schafft es fünfmal. Das Publikum gibt auf. In dieser Geschwindigkeit kann man nicht klatschen. Er winkt nur lächelnd ab. Neben den flotten Tanzeinlagen bringen auch alte Klassiker wie „Black is the colour“, „The Leaving of Liverpool“ und „Danny Boy“ Ruhe in den Raum und rufen Bilder von grünen Wiesen und steilen Klippen hervor. Gesungen wird in englischer und gälischer Sprache. Im Wechsel mit stillen Phasen, in denen die Tänzerinnen elegant in sogenannten „Soft Shoes“ lautlos über den Boden schweben, kommen die rhythmischen kraftvollen Stepp-Passagen. Rasante Drehungen, bei denen einem schon beim Zusehen schwindelig wird. Sprünge und musikalische Soli ziehen die rund 300 Besucher in ihren Bann. Humorvolle Einlagen von Christopher McSorley sorgen für Lacher: Pantomimisch wird eine Startschnur eines Motors am Fuß gezogen. Dreimal leises Klappern, dann ist wieder Ruhe. Ratloses Schulterzucken. Er will nicht anspringen. Doch zum Glück kommt die Tanzfee mit einem imaginären Benzinkanister. Geräuschvolles Gluckern, erneutes Starten und die Füße klacken wie ein Turbomotor. Ein Wettstreit zwischen Christopher McSorley mit seinen immer schneller werdenden Stepptanzschritten und dem Klopfen der Bodhrán von Kevin Murphy fesselt die Zuschauer. Bis der Trommelspieler schließlich selbst ein paar Steppschritte macht und sich damit die volle Anerkennung des begeistert klatschenden Publikums sichert. Ein Stocktanz erinnert an die asiatische Kampfkunst kombiniert mit anspruchsvollen Ballettfiguren und den rhythmischen Stepp-Passagen. Ob es sich um eine energische Männerformation oder die eleganten Tänze der Frauen handelt, alles läuft absolut synchron. Seit Januar vergangenen Jahres ist die Show auf Deutschland-Tournee. Sie haben 60 Auftritte in ganz Deutschland. Wechselnde bunte Kostüme, die Schnelligkeit der Steppschritte und die mitreißende Livemusik machen die Aufführung zu einem Erlebnis. (mja)

x