Ludwigshafen Fünf Euro für die Fitness

Das Deutsche Sportabzeichen ist weiterhin eine reine Amateur-, keine Profiveranstaltung. Trotzdem können Schulen und Vereine in Ludwigshafen, Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis damit künftig Geld verdienen. Die Sparkasse Vorderpfalz zahlt fünf Euro pro erfolgreich abgelegten Prüfungen von Kindern und Jugendlichen.
In Ludwigshafen besteht dieses Angebot bereits seit 2011. Gleich im ersten Jahr flossen 8090 Euro als Unterstützung zu den angemeldeten Schulen und Vereinen – der bislang höchste Betrag, wie der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Linnebank berichtete. Die Fusion mit der Kreissparkasse und dem Speyerer Institut sei der Auslöser gewesen, diese Förderung auch auf die hinzugewonnenen Geschäftsgebiete auszudehnen. „Dafür stellen wir ab sofort jährlich 15.000 Euro bereit, aber die Grenze nach oben ist offen“, sagte Linnebank vor den Sportabzeichenbeauftragten aus Ludwigshafen, Ulla Walther-Thiedig), Rhein-Pfalz-Kreis (Hans Koob), Schifferstadt (Martin Kriesamer) und Speyer (Karl Bentz). „Alle drei Sparkassen haben den Sport bisher unterstützt“, sagte Vorstandsmitglied Elke Rottmüller, die seit Mai auch zur Vizepräsidentin des Sportbundes Pfalz gewählt wurde. „Aber jede Sparkasse hatte bei der Förderung ihre Eigenheiten, und nur in Ludwigshafen gab es eine direkte Unterstützung. Die wollten wir vereinheitlichen.“ Künftig können sich Vereine und Schulen einfach bis zum 31. Dezember per E-Mail ( sportabzeichen@sparkasse-vorderpfalz.de) mit ihrer Anschrift und den Kontodaten anmelden, und nach der Übermittlung der absolvierten Sportabzeichen durch den Sportbund fließt bis April 2015 automatisch die Fördersumme. Mehr solcher Sponsoringaktionen wünscht sich Ulla Walther-Thiedig und beklagt gleichzeitig den Rückgang bei der Anzahl der absolvierten Sportabzeichen in Ludwigshafen. Sie erhofft sich einen Werbeeffekt, wie 2011 bei der Einführung der direkten Sportförderung durch die Sparkasse. Das habe einen echten Aufschwung gebracht. „Aber Ludwigshafen ist mit seiner multikulturellen Struktur eben auch ein schwieriges Pflaster.“ Auch in Schifferstadt hofft Martin Kriesamer auf Zuwächse. „Wir hatten in der Spitze 235 Abzeichen in 2012“, berichtete er. Allerdings hielten sich gerade im vergangenen Jahr die Schulen merklich zurück. Eine Folge der Umstrukturierung des Abzeichens, glaubt er: „Die Ergebnisse der Bundesjugendspiele können nicht mehr einfach nur übertragen werden.“ Er erhofft sich von der Bekanntmachung der Sparkasse nun einen Anstoß in diesem Bereich, aber auch bei den Vereinen: „Von dort kam in diesem Jahr genau null.“ Nicht nur deshalb sei in Schifferstadt noch ein großes Potenzial von Sportabzeichenabsolventen unerschlossen. Probleme, die Karl Bentz aus Speyer nicht kennt: „Wir haben seit 2009 in jedem Jahr eine Steigerung bei den erfolgreich abgelegten Prüfungen.“ Alleine am Sportabzeichentag im Juli verzeichnete er 189 Teilnehmer. Trotzdem erhofft auch er sich noch einmal einen Schub durch die Förderung der Sparkasse. „Der Verwaltungsaufwand wird den Vereinen und den Schulen abgenommen. Sie müssen sich nur anmelden. Den Rest machen wir“, versprach Walther-Thiedig. (env)