Ludwigshafen Experten für Notfälle

Ganz modern: Operationssaal mit Computertomograf (CT).
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Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (BG Klinik) feiert 50. Geburtstag und plant neue Investitionen für künftige Herausforderungen.

„Wir sind eine Konstante in der medizinischen Versorgung.“ So beschreibt Geschäftsführer Fabian Ritter (56) die Rolle der BG Klinik. Ihre Oggersheimer Geschichte begann im Dezember 1964 mit der Grundsteinlegung. Die Klinik war eine Reaktion auf die stark von der Industrie geprägte Region mit ihren vielen großen Verkehrswegen. Unfälle und vor allem auch Arbeitsunfälle waren an der Tagesordnung. Somit sahen die gesetzlichen Unfallversicherungen als Eigentümer der BG Klinik einen neuen Standort als sehr wichtig an. Das Bild hat sich mittlerweile etwas gewandelt. „Wir sind nicht nur für Arbeitsunfälle zuständig“, sagt Ritter. Die Quote bei den Patienten liege bei 50:50. „Alle, die kommen möchten, können zu uns kommen“, so der Geschäftsführer. Klar ist: In der BG Klinik in Oggersheim arbeiten die Experten für schwere Unfälle – egal ob sie bei der Arbeit oder in der Freizeit passieren. Ritter nennt Zahlen: pro Jahr 200 Schwerstunfallverletzte und 100 Schwerstbrandverletzte. „Den Bereich decken wir komplett ab, darauf kann man sich verlassen. Wir sind die Traumaspezialisten.“ Das Einzugsgebiet sei bei diesen Fällen entsprechend groß, ergänzt der Ärztliche Direktor Alfred Grützner (56). So gehöre die Unfallchirurgie zu den größten in Deutschland, die handplastische Chirurgie sogar zu den größten in Europa. Zudem ist die BG Klinik als überregionales Traumazentrum eingestuft – das ist das höchste erreichbare Niveau. Die beiden Klinikchefs – der eine im kaufmännischen, der andere im medizinischen Bereich – nehmen den 50. Geburtstag daher als Moment zum Innehalten. Sie wollen aber vor allem dafür sorgen, „dass wir weiter Spitzenmedizin anbieten können“, sagt Ritter. Folglich werde intensiv in Forschung und Lehre investiert. So gelinge es, etablierte Mediziner im Haus zu halten und gute Nachwuchskräfte zu gewinnen. „Pro Jahr geben wir allein für Forschungsprojekte 1,5 Millionen Euro aus“, nennt Grützner ein Beispiel. An der Forschung führe kein Weg vorbei: „Die Medizin besteht aus vielen kleinen Rädchen, man muss alles hinterfragen und verbessern.“ Dank der engen Verzahnung zur Wissenschaft funktioniere auch die Nachwuchsgewinnung. Das sei mittlerweile eine dauerhafte Herausforderung. „Auch wir spüren den Fachkräftemangel und demografischen Wandel“, bekennt Ritter. Aber über entsprechende Einrichtungen und Konzepte – unter anderem intensive Schulungen und Weiterbildungen –bekomme man gute junge Kräfte für Medizin, Pflege, Physiotherapie und den kaufmännischen Bereich. „Wir haben eine sehr hohe Personalkonstanz. Viele bleiben über Jahre. Es gibt in der BG einen eigenen Spirit“, sagt Grützner. Erkennbar sei dieser auch an der hohen Leistungsbereitschaft. Die sei aufgrund der hohen Patientenzahlen – sowohl im Bereich Unfälle als auch bei geplanten Behandlungen – unerlässlich, meint Grützner. Anfangs hatte die BG Klinik drei OPs, es wurde an drei Tagen pro Woche operiert. 1996 – als Grützner dort begann – waren es vier OP-Säle, in denen täglich operiert wurde. „Inzwischen sind wir bei zwölf, die jeden Tag belegt sind, das ist eine enorme Entwicklung“, so Grützner. In den kommenden Jahren sollen vier weitere OP-Säle hinzukommen – samt Erweiterung des Intensivbereichs. Außerdem ist die Modernisierung der Patientenzimmer geplant. „Wir wollen unsere Leistung optimieren, Wege verbessern und Wartezeiten für Patienten verringern“, beschreibt Ritter die anstehenden Herausforderungen. Termine Das 50-jährige Bestehen wird am Freitag, 5. Oktober, bei einem Festakt mit geladenen Gästen im Pfalzbau gefeiert. Außerdem findet am Samstag, 6. Oktober, ein Tag der offenen Tür statt. Die Klinik will dabei Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben und organisiert eine Vortragsreihe. Außerdem wird an dem Tag der neue Hubschrauberhangar offiziell eröffnet.

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