HANDBALL
Eulen-Torwart Mats Grupe ist der Matchwinner gegen Dormagen
Am Ende war Mats Grupe von einigen Spielern umringt. Es waren diesmal nicht seine eigenen Mannschaftskollegen. Aaron Seesing, Sören Steinhaus und Lucas Rehfuß unterhielten sich mit dem 19-jährigen Keeper des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen. Die vier gleichaltrigen Jungs kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in den Nachwuchsmannschaften des Deutschen Handball-Bundes (DHB).
Zuletzt trafen sie sich in der vergangenen Woche bei den beiden Testspielen gegen Ägypten in Oranienburg und in Berlin. Und jetzt fiebert das Quartett der Heim-WM Ende Juni entgegen, wenn die U21 von Bundestrainer Martin Heuberger nach einer Medaille greifen will. Diesmal stand sich Grupe mit den Kameraden vom TSV Bayer Dormagen in der Zweiten Liga gegenüber, wo sich die Rheinländer am Ende auch an dessen Glanztaten die Zähne ausbissen. Es war der Abend des gebürtigen Weinheimers, der zugleich auch einräumte, seine bisher beste Partie im Eulen-Trikot absolviert zu haben. So gab es in der 57. Minute, nach der zehnten Parade, „Mats Grupe“-Sprechchöre in der mit 1644 Zuschauern gefüllten Friedrich-Ebert-Halle. Der 19-jährige U21-Nationaltorhüter der Eulen Ludwigshafen wurde beim 35:30 (18:18)-Sieg gegen den TSV Bayer Dormagen als Mann des Abends gefeiert.
Sprechchöre für den Mann des Abends
Dank seiner Paraden drehten die Eulen nach holprigem Start in einer tollen zweiten Halbzeit auf. „Ich freue mich mega über den Sieg“, sagte Grupe, den die Sprechchöre stolz machten. Es war an diesem Abend auch der richtige taktische Kniff von Cheftrainer Michel Abt, der in der 21. Minute nach dem 10:14-Rückstand die Grüne Karte auf den Tisch legte und in der Auszeit auch lautstark seine Enttäuschung über den Auftritt zum Ausdruck brachte. Abt setzte auf die Fünf-Eins-Abwehr, zudem brachte er Mats Grupe aufs Feld.
Und der war auch sofort da. „Die Jungs in der Abwehr haben mir auch geholfen“, meinte Grupe. Mit den Paraden holten seine Vorderleute wieder auf, so dass es noch vor der Pausensirene 18:18 stand. Da wirkte auch Michel Abt etwas erleichtert. Trotzdem „war die ganze erste Halbzeit kein Spiel, das einen Trainer glücklich macht“, betonte Abt. Er musste seine Mannschaft in der Auszeit wachrütteln und predigte zugleich eine andere Körpersprache. „Es war kein gutes Timing, wir standen auch nicht gut. Es fehlte oft der letzte Biss. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht“, bilanzierte Sebastian Trost.
Hoffnung auf WM-Nominierung
Die Spielfreude, aber auch der Mut und die Entschlossenheit im Angriffsspiel kehrten zurück. In der Abwehr wirkten die Eulen deutlich abgeklärter, auch dank Mats Grupe. Als er einen Wurf des Kreisläufers und Freundes Aaron Seesing parierte, zeigte er seinen Finger und grinste. Auch darüber sprachen die Jungs nach dem Spielende. Sie freuen sich schon auf den nächsten Einsatz im DHB-Trikot. „Wir hoffen, dass wir alle nominiert werden“, sagte der Torhüter.