Handball
Eulen Ludwigshafen unterliegen GWD Minden
Eines der Probleme bei der Heimniederlage der Eulen Ludwigshafen gegen GWD Minden lag im Rückraum. Mit Mex Raguse (7) strahlten die Gastgeber nur auf einer Position Gefahr aus. Eine mittelfristige Lösung könnte Mihailo Ilic sein. Der 22-Jährige will aber nichts überstürzen. „Mein Fokus bei den Eulen liegt auf der Abwehr.“
Das Lob kam von berufener Stelle: „Unsere Innenverteidiger haben gut funktioniert.“ Mats Grupe dankte seinen Vorderleuten für gute Arbeit, die es ihm ein wenig leichter machte, mit zwölf Paraden zum besten Spieler der Gastgeber zu werden. Einer dieser Spieler im Mittelblock war zur Premiere der gebürtige Friesenheimer Ilic. „Das ist schon ein Fortschritt. Letztes Jahr war ich auf der Halbposition“, bilanzierte der Mann, der neben dem erfahrenen Frederic Stüber die Lücken schließen soll. Insgesamt gelang das ganz gut, auch wenn die erfahrenen Gäste hin und wieder den Weg zum Kreis fanden. „Ich übernehme Schritt für Schritt mehr Verantwortung“, bilanzierte Ilic, der im zweiten Durchgang nach Stübers früher zweiter Zeitstrafe hin und wieder zum Abwehrchef mutierte, neben dem zwei Jahre jüngeren Magnus Grupe plötzlich Erfahrenster war. „Abwehrchef“ sei er lange nicht. „Natürlich ist es neben Freddy etwas anderes, aber Mauni hat Spiele in der ersten Liga gemacht.“ Den kann der 1,95 Meter große Rechtshänder nicht vorweisen, hat stattdessen weiter ein Zweitspielrecht für das HLZ Friesenheim-Hochdorf in der dritten Liga.
Zielspieler Ilic
Dort ist seine Rolle eine gänzlich andere. „In Hochdorf übernehme ich auf dem ganzen Feld Verantwortung“, ist Ilic nicht nur wichtiger Baustein in der Abwehr, sondern auch Zielspieler im Angriff. So weit ist es bei den Eulen noch lange nicht. „Ich soll nur die erste Welle mitgehen“, verriet er. Und auch dann gibt er den Ball lieber schnell weiter. Nach 36 Minuten zum Beispiel, wo er erst Ian Weber den Ball abluchst, aber dann nicht nach vorne geht, sondern lieber an Kian Schwarzer weitergab, der aber den 16:15-Führungstreffer ebenfalls nicht erzielte, abgelaufen wurde. Es war ohnehin die schwächste Phase der Gastgeber, die nach dem 15:14 (33.)-Führungstreffer bis zum 16:17 (Raguse, 40.) ohne Torerfolg blieben, in dieser Phase seltsam hilflos wirkten.
Aber als Angriffsoption sieht sich Ilic deshalb trotzdem noch nicht, obwohl er es sicher nicht schlechter gemacht hätte als der kurzzeitig eingewechselte Sadok Ben Romdhane oder die Stammkräfte Sebastian Trost oder Finn Leun. Auf der Habenseite des Ur-Friesenheimers stand kein einziger Torabschluss. „Wir steigern das erst nach und nach“, so sein Saisonziel. In der Statistik tauchte er immerhin neben der oft aufopferungsvollen, aber selten zählbar belohnten Abwehrarbeit mit einem geblockten Wurf (34., ebenfalls gegen Weber) trotzdem auf. Grund genug, das Positive aus dem insgesamt gebrauchten Abend zu ziehen: „Wir müssen nur unsere technischen Fehler abstellen.“ Am besten schon am Mittwoch, wenn der HC Elbflorenz in der „Eberthölle“ zu Gast ist. Auch deshalb wurde er an seiner zweiten Arbeitsstelle am Samstag, das HLZ hatte Heimspiel gegen Hanau, geschont. Denn leichter werde diese Aufgabe nicht, aber Ilic hofft, dass er in diesem Spiel einen weiteren Entwicklungsschritt machen kann. Eben einen Schritt nach dem anderen.
Vorbild Stüber
Ein Vorbild hat er dabei in seinem Nebenmann. Freddy Stüber trug zwar ein deutlich blinkendes Veilchen unter dem rechten Auge, hatte aber trotz der Niederlage bei seiner Rückkehr ins Eulentrikot ein Grinsen im Gesicht. „Es hat Spaß gemacht wieder hier zu sein.“ Er wolle mit seiner Erfahrung dazu beitragen, dass die Mannschaft auf dem Feld die Ruhe behält. Auf Mihailo Ilic hat er diese Ruhe immerhin schon übertragen.