Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen treffen in Essen auf ihren einstigen Vorsänger

Früher der Eulen-Vorsänger: Max Neuhaus in der Eberthalle.
Früher der Eulen-Vorsänger: Max Neuhaus in der Eberthalle.

Wenn die Eulen Ludwigshafen am Sonntagnachmittag beim TuSEM Essen auflaufen, dann freut sich auf der anderen Seite ein Spieler auf das Wiedersehen. Er hat nicht nur verwandtschaftliche Kontakte in die Pfalz.

„Na klar, gegen die Eulen zu spielen, ist für mich immer etwas Besonderes“, sagt Max Neuhaus vor dem Duell am Sonntag (17 Uhr). Er ist schon in Vorfreude auf die Partie. „Auch wenn die Mannschaft sich etwas verändert hat, sind immer noch einige dabei, die mit mir gespielt haben“. Er denkt gerne an die Zeit in Ludwigshafen zurück. „Das ist Vergangenheit, jetzt zählt für mich die Phase bei TuSEM Essen“. Die Grugastädter sind derzeit mit 12:16 Zählern nur zwei Punkte vom ersten Abstiegsrang entfernt und benötigen weitere Siege, um nicht noch weiter abzurutschen. Umso mehr freut sich Max Neuhaus, dass er wieder mitwirken kann. Denn im DHB-Pokal gegen ASV Hamm-Westfalen hatte er einen Schlag ins Gesicht abbekommen, war auf das Knie gefallen und hatte sich so einen Riss des hinteren Kreuzbandes zugezogen. „Es ist zwar noch nicht so, wie es mal war, aber die letzten beiden Spiele haben gezeigt, dass es geht“, stellt Neuhaus fest.

Er ist inzwischen in der Mannschaft von Cheftrainer Daniel Haase eine feste Größe und Vize-Kapitän der Mannschaft. „Ich habe dort eine gute Rolle und kann Verantwortung übernehmen.“ Er hat kürzlich seinen laufenden Vertrag um zwei weitere Jahre im Ruhrgebiet verlängert. „Wir sind eine junge Mannschaft, die Potenzial hat. Wenn wir zusammenbleiben, sollten wir in der nächsten Saison im Mittelfeld der Liga mitspielen.“

Gerne bei den Eulen

Dass es bei seinem früheren Verein, den Eulen Ludwigshafen, derzeit neben und auf dem Spielfeld nicht immer positiv läuft, hat er mitbekommen. „Ich bin informiert, es steht ja alles in der Zeitung“, sagt Neuhaus. Seine in Meckenheim lebende Tante „versorge“ ihn immer wieder mit Nachrichten aus der RHEINPFALZ. „Unabhängig davon, dass die Eulen derzeit hinter ihren Erwartungen sind, wissen wir, wie schwer die Aufgabe sein wird“, erzählt Neuhaus. Dabei hofft er, dass seine Mannschaft weiterhin vor eigener Kulisse ohne Niederlage bleibt: „Das ist unser Ziel.“

Trotzdem denkt er immer wieder an die Zeit bei den Eulen zurück. Der 24 Jahre alte Rückraumspieler, der im Fernstudium Betriebswirtschaft und Management studiert, hat bekanntlich als Humba-Vorsänger bei seinem früheren Verein Spuren hinterlassen. Es war nicht nur die Zeit, als er das Trikot der Eulen trug, er fand in Ludwigshafen auch seine Liebe. Wenn es seine Zeit und der Spielplan erlauben, kommt er immer wieder an den Rhein zurück. „Wenn wir freitags spielen, dann bin ich am Wochenende in Ludwigshafen und wenn wir zu Hause spielen, dann besucht mich meine Freundin.“ Lucy Sulta, einst bei den Friesenheimer Frauen am Ball, absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Logopädin in Mannheim und konnte somit ihrem Freund nicht ins Ruhrgebiet folgen. So hat Neuhaus, der vor dem Wechsel in die Pfalz im Internat des SC Magdeburg ausgebildet wurde, auch im Sommer 2023 „schweren Herzens“ Ludwigshafen verlassen und das Angebot von TuSEM Essen angenommen. „Menschlich hatte ich mich sehr wohlgefühlt, meine Freundin wohnt hier, meine Verwandten in Meckenheim, ich hatte schon eine Komfortzone. Aber sportlich hatte ich keine Perspektiven“, erklärt er rückblickend. Das ist auf der Margarethenhöhe anders. Dort ist der „Traktor“ gesetzt. Mit ihm soll auch die Serie der Heimsiege ihre Fortsetzung finden. Denn eine Woche später geht es dann zum VfL Lübeck-Schwartau, was für ihn den Vorteil hätte, dass er direkt zu Heiligabend zu seinen Großeltern in der Nähe von Heide in Schleswig-Holstein, wo auch die Großfamilie zu Gast ist, reisen könnte und sich die Rückfahrt nach Essen ersparen dürfte. „Das ist noch nicht sicher, denn vielleicht haben wir am 23. Dezember nochmals Training“, meint Neuhaus. Aber zunächst gehört der Blick auf die Partie gegen die Eulen und auf das Wiedersehen mit Haider, Falk und Co..

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