HANDBALL Eulen Ludwigshafen: Peinliche Pleite in Würzburg
Auswärtsfahrten nach Würzburg waren in den vergangenen Jahren für Spieler und Fans der Eulen Ludwigshafen immer etwas Besonderes. Meistens war der Trip in die schöne fränkische Stadt mit sportlichem Erfolg für das Team und zudem viel Spaß für die Fans verbunden. Doch dieses Mal ging der Ausflug für Mannschaft und den Anhang richtig in die Hose. Am Ende triumphierten die Würzburger Wölfe zu Recht mit 30:25 (17:16).
Dabei standen die Gastgeber längst als Absteiger fest. Im Gegensatz zum Tabellenachten aus der Pfalz bewiesen die Wölfe noch einmal Moral und zeigten Einsatz bis in die Schlusssekunden. Die über weite Strecken desolat auftretende Mannschaft von Michel Abt hatte sich am Samstag nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das gefiel den zahlreich mitgereisten Fans überhaupt nicht, die mit ihren Anfeuerungen das Auswärtsspiel sogar zum Heimspiel machten. Vereinzelt gab es über die Negativerlebnisse auf dem Parkett am Ende für Eulen-Fans eher ungewöhnliche Unmutsäußerungen. Auslöser waren die zweiten 30 Minuten, bei denen im Angriff gerade einmal vier Feldtore erzielt wurden. Eine unterirdische Quote in der Zweiten Handball-Bundesliga. Das kann nicht alleine am verletzten Torjäger Jannek Klein, der am Spielfeldrand mitlitt, gelegen haben.
Verständnis für Unmut der Fans
Selbst der ratlos wirkende Trainer Michel Abt bestätigte nach dem Spiel, dass das ein peinlicher Auftritt gewesen ist. Etwas dagegen unternehmen konnte der Übungsleiter von Außen nicht. Wechselnde Taktikänderungen führten nicht zum gewünschten Erfolg. „Wir nehmen uns viel vor und dann kommt so etwas dabei raus. Ich kann verstehen, dass sich die Fans darüber aufregen. Ich habe keine Härte meiner Mannschaft gesehen. Das war eher der Auftritt einer Jungentruppe. Das war einfach zu wenig“, sagte Abt. Auf ein emotionales Spiel hatten sich seine Schützlinge im Vorfeld eingestellt. Nur wollten die Eulen, bei denen acht Spieler zum Saisonende ausscheiden, dagegen halten. „Wir machen das ja nicht extra. Wir haben das wirklich nicht gewollt. Wir haben versucht zu kämpfen, um wieder ran zu kommen. Aber wir schaffen es einfach nicht. Im Angriff sind wir kaum durchgekommen“, versuchte Spielmacher Pascal Bührer zu erklären. Dabei wollte Bührer, der nach sechs Jahren in Ludwigshafen zu seinem Heimatverein Köndringen-Teningen in den Schwarzwald zurückkehrt, genauso wie in den letzten Jahren mit den Fans am Ende feiern. Stattdessen verließen die Eulen-Akteure mit gesenkten Köpfen nach der Blamage schnell das Parkett, während die Spieler des Absteigers mit ihren Fans noch eine Party feierten.
Mit Spektakel die Saison beenden
Gegen den Dessau-Rosslauer HV 06, der als Tabellendritter noch vom Bundesliga-Aufstieg träumen darf, will sich Bührer am Mittwoch (19 Uhr) unbedingt mit einem Heimsieg vor den eigenen Fans verabschieden. „Die Mannschaft hat normalerweise Charakter. Das haben wir in der starken Vorrunde mehrfach unter Beweis gestellt. Das Spiel in Würzburg sollten wir schnell abhaken. Jetzt geht es auch um Wiedergutmachung bei unseren treuen Fans.“ Das sieht auch der nach drei Spielen aufgrund einer Gehirnerschütterung wieder ins Team zurückgekehrte Kapitän Max Haider so. Mit zwei Toren vom Kreis und einer soliden Leistung in der Deckung gehörte Haider noch zu den besseren Akteuren in der Würzburger Arena. Am Ende musste er der Pause kräftemäßig Tribut zollen. „Meine Rückkehr kann nicht über unser schwaches Spiel hinwegtrösten. Die Einstellung hat nicht gepasst und emotional waren wir auch nicht auf der Höhe. Das ist nicht unser Anspruch“, sagte der Kapitän. Gleichzeitig verspricht der „Anführer“ zum Saisonausklang am Mittwoch noch einmal ein Spektakel in der Eberthalle gegen Dessau mit einer gebührenden Verabschiedung der ausscheidenden Spieler. Mit einer ähnlichen Leistung wie der gegen die Wölfe dürfte das allerdings schwierig werden.