Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen besiegen ASV Hamm-Westfalen

Zweite Welle: Mihailo Ilic verwandelt ein grandioses Zuspiel von Mex Raguse zum 14:10 für die Eulen Ludwigshafen.
Zweite Welle: Mihailo Ilic verwandelt ein grandioses Zuspiel von Mex Raguse zum 14:10 für die Eulen Ludwigshafen.

Zweitligist Eulen Ludwigshafen kehrt in die Erfolgsspur zurück. Ein Mann aus der Melm wird immer wichtiger. Die Söhne befolgen nicht immer den Rat der Mama. Schon jetzt gibt es ein gutes Omen für das Rückspiel im Westfälischen.

Nur drei Tage nach dem Aus im DHB-Pokal gegen den TBV Lemgo hat der Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen mit einem „Feuerwerk“ gegen den ASV Hamm-Westfalen alle versöhnt. Auch weil ein Nachwuchstalent in Defensive immer mehr Konstanz beweist. Auch ging das Bruderduell zugunsten der Rothemden aus.

Da grinste er. Nach der Humba ging er an die Bande, klatschte einige Freunde ab und wollte sich auf den Weg in die Kabine machen. Aber diesmal wurde Mihailo Ilic ausgebremst. Dabei ist er derjenige, der andere an ihren Aktionen versucht zu hindern. Zumindest auf dem Spielfeld. Und das tat er wieder einmal an der Seite von Freddy Stüber.

Feste Größe

Mihailo Ilic entwickelt sich immer mehr zur festen Größe in der Defensive der Eulen. Das Eigengewächs und in der Melm zu Hause kennt eben keinen Schmerz im Spiel Mann gegen Mann. Er bleibt aber bescheiden. „Wir hatten heute trotzdem noch zu viele Fehler, aber Hamm eben noch mehr als wir“, sagte der 22 Jahre alte Rückraumhüne, der mit seiner aggressiven Art frühzeitig bei den Würfen der Gäste zur Stelle war und so manchen Ballgewinn sicherte.

Und bei der zweiten Welle ging er auch mit nach vorne. So traf er auch zum 14:10 nach grandiosem Zuspiel von Mex Raguse. „Mihailo macht einen überragenden Job!“, sagte Freddy Stüber. „Aber unser Matchwinner war Mats im Tor“, zeigte Ilic auf seinen Kameraden, der nach dem 29:24 (15:10)-Sieg und seinen 15 gehaltenen Bälle ebenso allen Grund zur Freude hatte.

Etwas sprachlos wirkte dagegen Julius Meyer-Siebert bei seiner Rückkehr in die Eberthalle. „Das hatte ich mir heute wirklich etwas anders vorgestellt“, meinte der gebürtige Bayreuther vor seinen Fans der letzten Saison. „Uns hat heute die Kompaktheit auf allen Ebenen gefehlt“, so Meyer-Siebert. „Wenn es bei den Eulen läuft, dann wird es für uns nicht einfacher.“ Besonders kritisierte der Rückraumhüne die zahlreichen technischen Fehler, wie Ballverluste und nicht genutzten Würfe. „Es waren heute zu viele Widrigkeiten, die uns nicht mehr in die Spur brachten“. Dazu meinte er: „Mit dem Ausfall von unserem Kapitän und auch Tom Jansen haben uns schon einige Körner gefehlt“, so Meyer-Siebert, der sich besonders auf den Besuch seiner Eltern gefreut hatte.

„Ich bleibe die Nacht noch in Ludwigshafen, denn wir werden morgen gemeinsam noch Verwandte bei Aschaffenburg besuchen, ehe ich dann wieder mit Zug nach Hamm fahre.“ Aber zuvor wollte er noch die Zeit nutzen, um mit seinen ehemaligen Kameraden in der Kabine und im VIP-Bereich auszutauschen. „Und vielleicht schaue ich morgen noch im Behler Haisl vorbei“, so der sympathische Oberfranke.

Jansen verletzt

Dagegen blieb Tom Jansen nicht in der pfälzischen Heimat. Diesmal war der Blondschopf zum Zuschauen verdammt. „Ich habe seit dem letzten Spiel gegen Dessau Schmerzen im Gesäß, was auf einen Muskelfaserriss hindeutet, und mein Doc hat mir vorerst kein grünes Licht zum Spielen gegeben“, erzählt Jansen. Der gebürtige Speyerer, der in Haßloch aufwuchs, war erst zu Beginn der Saison nach seiner Verletzung am Kreuzband wieder in den Spielbetrieb zurückgekehrt. So saß er nach dem Aufwärmen mit seinem Physiotherapeuten direkt hinter der Mannschaft auf der Tribüne. „Es tat verdammt weh, von Außen zuzusehen und der Mannschaft nicht helfen zu können. Das war heute für uns ein rabenschwarzer Tag“, so der 29-fache niederländische Nationalspieler.

Da wird auch Hamms Cheftrainer Michael Hegemann in den kommenden Tagen einiges aufzuarbeiten haben. Trotzdem verzichtete er zum Abschluss des Auftritts nicht mit seinem früheren Gegner und Freund, Eulen-Urgestein Thorsten Laubscher auf eine Weinschorle anzustoßen und sich auszutauschen.

Und da war auch noch das Bruderduell der beiden Stübers. Freddy bei den Eulen und Jonas bei den Westfalen. „Es ist immer schön, wenn wir uns sehen. Das ist Bruderliebe“, sagte Jonas, der Jüngere der Beiden. „Wir sehen uns ja nicht mehr so oft, aber bei seinem Umzug nach Ludwigshafen musste ich ihm helfen“, erzählte Jonas. Sie schenkten sich aber während der Partie nichts, sie zogen sich gegenseitig am Trikot, fighteten um jeden Ball und verloren sich nicht aus den Augen. Besonders in der zweiten Hälfte spielte Freddy sich in einen Rausch und traf sechs Mal. „Mama hat gesagt, wir sollen nicht zanken, aber ihr habt ja gesehen, was wir gemacht haben“, meinte Freddy Stüber. „Wir freuen uns auch auf diesem hohen Niveau gegeneinander spielen“, so Freddy. Seit der jüngere Bruder in Hamm aktiv ist, hat Freddy bisher alle drei Partien gegen ihn für sich entschieden. Ein gutes Omen für die Eulen zum Rückspiel ...

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